Verfasst am März 10, 2011 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (17) | TrackBack (0)
Bettina Röhl über Patrick Bahners "Die Panikmacher"
Hamburg. Der Feuilleton-Chef der "FAZ", Patrick Bahners, hat ein wenig hilfreiches Buch zur Islamdebatte beigesteuert. Denn wer Informationen oder neue Aspekte zur Integrationsdebatte erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen bringt das Buch eine Art islamistische Scholastik in notdürftig kaschiertem westlich-bildungsbürgertümelnden Gewand.
Formal greift der Autor die wenigen sogenannten islamkritischen Stimmen einer Ayaan Hirsli Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer, Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin, Ralph Giordano und anderer Autoren, aber auch Familienministerin Kristina Schröder in einem wüsten Rundumschlag an. Sie alle seien, so wird Bahners sehr deutlich, gefährliche Panikmacher, die rechtes Gedankengut hoffähig machten und in die Mitte der Gesellschaft trügen.
Von Osama Bin Laden bis zum Selbstmordattentäter, vom Hassprediger bis zur überproportionalen Kriminalitätsrate der muslimisch geprägten Migranten, von überdurchschnittlichen Transferleistungen bis zur Bildungsferne und einer Stellung der Frau, die vom hier geltenden Genderrecht Jahrhunderte abweicht - all diese Tatsachen behandelt der Autor wie nicht existent. Stattdessen belabert Bahners den Leser auf 300 Seiten mit seinen nie zu Ende gedachten, nie zu Ende geschriebenen Scheinanalysen, weshalb die von ihm, dem typisch teutonischen Provinzschreiber, attackierten sogenannten Islamkritiker sich flächendeckend und ausnahmslos irrten. Das Buch ist unendlich umständlich und nervig geschrieben. Man merkt die permanente böse Absicht und ist verstimmt.
Zudem scheint der Autor von einer kaum beherrschten Frauenfeindlichkeit beseelt zu sein. Seine Ausführungen zum Kopftuch offenbaren eine gespenstische Verehrung der heiligen Maria und eine Verachtung der Hure, aber eben auch eine mythische Betrachtung der muslimischen Kopftuchträgerin und einen tiefen Hass auf die emanzipierte, westliche, selbstbewusste Frau. Da offenbaren sich in Wahrheit Abgründe, und die werden auch wirksam, wenn er seinem Feindbild in Gestalt der türkischstämmigen Kritikerin des Islam, Necla Kelek, dadurch begegnet, dass er tief unter der Gürtellinie ad personam geht und auf deren persönliche herkunftsbedingte Befangenheit abhebt, die er allerdings nicht zu belegen vermag. Bahners scheint mit einem Statusneid gegenüber Kelek zu kämpfen, die, anders als er, eine etablierte Größe auf dem Gebiet der Integrationspolitik ist.
Und es kurz zu machen: Hier liefert ein furchtbarer Journalist ein furchtbares Buch. Bahners erscheint als ein verbitterter und verknispelter Denunziantentyp. Sein Machwerk erinnert an die unzähligen Traktate krypto-kommunistischer Schriften vergangener Jahrzehnte, in denen die Überlegenheit des Kommunismus vermittels unzähliger sogenannter Beweise (weshalb der Kapitalismus unmittelbar vor dem Scheitern stünde) in einer schrecklich piefigen, aber natürlich hochwissenschaftlichen Weise dekretiert wurde.
Das Buch hat Verrisse bekommen und es hat auch einige realitätsverlustig erscheinende Hymnen erhalten. Aber ein Aspekt macht das Buch regelrecht gefährlich: Der Autor bemüht sich darum, den Dialog über das Thema Zuwanderung und Integration im Keim zu ersticken. Die Meinungs- und die Pressefreiheit werden in dem Buch systematisch auf dem Niveau eines leicht infantilen Zensurbeamten nach und nach erwürgt. Missionarisch macht sich der Autor ans Werk, die noch junge öffentliche Diskussion über das Thema Integration abzuschalten.
Anstand, Tugend, Scham, Tabus, Schicklichkeit, Höflichkeit und viele andere nette Vokabeln des anständigen Deutschen wabern durch das Buch und immer ist der Autor zur Stelle, der genau weiß, was Anstand und Pietät sind. Dabei ist Bahners genau der Schreibtischtäter, der andere mit Vokabeln wie "Panikmacher" beleidigt und stigmatisiert. Da muss man die Frage stellen: Wer ist eigentlich dieser Bahners? Was will er? Die Meinungs- und die Pressefreiheit zum Thema Zuwanderung und Integration derart zu verstümmeln kann doch kein Selbstzweck sein.
Das Buch ist eine Bedrohung der wenigen vernehmlichen Kritiker des Islam in Deutschland. Es ist eine Hetzschrift. Und es ist der Versuch einer Entmündigung und Entrechtung der neuerdings auch schon mal "Mob" genannten bürgerlichen Gesellschaft. Indem das Buch jede Kritik der sogenannten aufnehmenden deutschen Gesellschaft an den Zuwanderern muslimischer Provenienz für in der Sache falsch und in der Tendenz für rassistisch erklärt, handelt es sich um ein gleichermaßen primitives wie gefährliches Maulkorb-Pamphlet. Bahners surft auf der bekannten antideutschen Welle, die von meist linken Kreisen, die sich selber für die besseren Deutschen erklären, immer wieder angeschoben wird.
Verfasst am März 10, 2011 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack (0)
Offener Brief an den Chefredakteur des SpiegelDer Spiegel betreibt geistige Brandstiftung wider die Pressefreiheit
Lieber Georg Mascolo,als den für das aktuelle Heft des Spiegel (9/11)verantwortlichen Chefredakteur spreche ich Dich hier an.Ihr habt die BILD-Zeitung auf Eurem Titelbild angezündet. Sie brennt dort. Diesmal kommt das Feuer also direkt aus dem Spiegel. Bei Springer hat es in der Vergangenheit bekanntlich schon gebrannt. Ihr solltet vorsichtig sein derart zu zündeln! Immerhin steht unter dem (Kunst)-Feuer euer Titel: Die Brandstifter. Die Brandstifter, das seid in diesem Fall ihr. Brandstifter ist in diesem Fall der Spiegel.Als wir uns vor einem ¾ Jahr in Eurem Büro sahen, sprachst Du von den hohen ethischen und journalistischen Ansprüchen, die der Spiegel unter allen Umständen erfüllte.Eure zumindest konkludente Behauptung Guttenberg sei als Minister ein Produkt der BILD-Zeitung und der gebotene Rauswurf des Herrn Ministers Von und Zu wäre von der BILD-Zeitung verhindert worden, stimmt so, wie das Ganze von Euch dargestellt wird, mit Sicherheit nicht. Da sind die Spiegel-Autoren einer fast fünfzig Jahre alten fixen Idee (aus Ostberlin) aufgesessen und haben sich in grenzenloser Fehleinschätzung ihrer selbst und auch des Spiegel in eine Güte und Weisheit hinein gesteigert und in eine weltpolitische Bedeutung, dass man mit dem mächtigsten Presseorgan der Republik Mitleid haben muss. Wenn ihr das Ganze nicht so verbissen ernst meinen würdet, könnte man glatt denken, ihr habt diesmal einen Kinder-Spiegel an den Kiosk gebracht. Und nun ist Minister Guttenberg weg. Und die BILD-Zeitung ist ihr Idol los. Aber die Brandstiftung des noch mächtigsten Presseorgans namens Spiegel bleibt.
Der Casus Guttenberg ist eine Peanut gegen den Casus Joschka FischerDr. Molotowcocktail alias Joschka Fischer, Siegelringträger wie Karl Theodor zu Guttenberg, wurde wie Letzterer von den Medien so hoch genobelt, dass er über Jahre auf Platz 1 der Liste der beliebtesten Politiker „fest genagelt“ war.Guttenberg ist eine Peanut gegen Joschka Fischer, allemal wenn man deren politische Bedeutung in ihrer Zeit miteinander vergleicht. Fischer war 2001 ein Gigant, gegen den Guttenberg heute allenfalls ein fränkischer Provinzriese ist. Fischer ist aber auch heute noch, wie sich mittelbar aus Eurem Heft ergibt, das weitaus größere Thema. Sonst würde das Thema der Fischerschen Biographie und der extremen Vergangenheit des linken Halbgottes ja nicht so beredt, mit eiserner Faust unterdrückt, verschwiegen werden.Wer Guttenberg sagt, muss Fischer erst recht sagen. Wer Guttenberg anklagt, aber Fischer laufen lässt, sendet die Botschaft in die Republik, dass es keinen Fall Fischer gibt und das ist katastrophal falsch und deswegen nehme ich diesen Anlass.
Wer im Fall Guttenberg von Moral spricht, wie es viele grüne, rote und auch schwarze Politiker, viele Journalisten getan haben und tun, wer von einem Lügner spricht, einem Betrüger und hohen Maßstäben, die an die politische Kultur in diesem Land anzulegen seien, macht sich im höchsten Maße unglaubwürdig und selber zum Lügner, wenn er so tut, als sei der Fall Fischer so wie er steht und liegt in Ordnung. Das war der Fall nicht und das ist er nicht.Da stehen sich gegenüber; da eine getürkte Doktorarbeit, die inzwischen Seite für Seite seziert wurde und weiter seziert werden soll und deren Enthüllung dazu führte, dass ein Minister jetzt zurück getreten ist. Und auf der anderen Seite eine zehn Jahre währende kriminelle Gewaltvergangenheit mit unaufgeklärten Taten, die selbst dort, wo bereits Fakten an die Öffentlichkeit gelangt sind, wieder in Schubladen verschlossen wurde, damit der betreffende Minister unter allen Umständen im Amt bleiben konnte und auch bis heute nicht ernsthaft beschädigt werden soll.Fischer ist Gallionsfigur einer mächtigen grünen Bewegung gewesen, die heute (ohne ihn) im Begriff steht die Macht im Staate zu übernehmen. Guttenberg ist dagegen im Moment eine bloße Personalie der Geschichte.Fischer und die Fischer-Affäre aus Anfang 2001, die bekanntlich, bevor es zu den weiterführenden Fakten kam, abbrach, werden nicht als Affäre im historischen Stammbaum dieser Republik geführt. Der tiefe Fall des Fischer gilt nicht (einmal) als Thema, was daran liegt, dass Fischer eben nicht, wie es regelgerecht gewesen wäre, über die damals neue Details aus seiner extremen Gewaltvergangenheit stürzte.
Die Fischer-Affäre ist der Sündenfall der links-liberalen ÜbermachtpresseDie Fischer-Affäre wird seit zehn Jahren ausgeblendet, als hätte es sie nie gegeben. Sie wird auf eine perverse Art tot geschwiegen. Denn die Fischer-Affäre ist der Sündenfall der links-liberalen Übermachtpresse und lässt Euer Verhalten, jetzt in Sachen Guttenberg, nicht nur als miesen, hochideologisierten Lagerkampf erscheinen, sondern als widerwärtige Heuchelei. (Und geheuchelt ist auch das demonstrierte Nichtwissen um den roten und grünen Medienfilz. Und geheuchelt ist natürlich auch das Nichtwissen über den rot-grünen Titel-und Postenfilz, der die Universitäten seit Jahrzehnten beherrscht.)
Warum stürzte Fischer damals nicht? Warum trat Joschka Fischer 2001 eigentlich nicht zurück? Warum wurde er nicht gestürzt?Ganz einfach: Die grün-linksradikale Halbgottheit Joschka Fischer (mit ausgeprägtem Hang zu eigenem konservativen und kapitalistischen Wohlleben) verkörperte damals in ihrer Person alle rot-grünen Träume ganzer Generationen in Deutschland.Und so war es ein quasi naturgesetzlicher, ganz selbstverständlicher Akt, dass Tausende Schreiberlinge, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Politiker, Künstler, Intellektuelle, Filmemacher und dergleichen mehr Anfang 2001 selbsttätig ans Werk gingen und einen breiten, schweren, klebrig-schwülstigen, dumpfen und sehr aggressiven und brutalen Mainstream ins Werk setzten, der Fischer nach oben trug, oben hielt und alles platt walzte, von dem man vermutete, es könnte Fischer schaden.Eine kleine Hilfsüberlegung zwischendurch: allein die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland, ARD, ZDF, Deutschlandfunk, Deutsche Welle o.Ä. verfügen über einen Umsatz in Gestalt von Gebührenaufkommen (und dem ergänzenden Dickicht von Schatten-und Nebenhaushalten, die den wahren Gelddurchsatz des baren Geldes pro Jahr auf eine unermessliche Höhe treiben), das den Umsatz des Springerkonzerns um das 2 ½ bis 3fache übersteigt.Dann kommen die deutschen Leitmedien, die ich hier einfach mal links-liberal nennen möchte, Stern, Spiegel, ZEIT, FAZ, Süddeutsche, dpa, aber auch viele Regionalmedien wie Kölner Stadtanzeiger, WAZ, Stuttgarter Nachrichten und unendlich viele andere, die ihrerseits in Summe den bösen mächtigen Springer-Konzern in ihrer Wirkmacht in den Schatten stellen.
Im oligopolistischen Markt der Medien ist Springer ein durchaus mächtiger Floh Das, was seit fünfzig Jahren in den Köpfen der Mainstream-Medien als Ideologie grassiert, die große Gefahr des großen Axel Springer, ist in Wahrheit nichts anderes als die Wut darüber, dass die auf links gebürsteten Mainstream-Medien,( die ihren Linksdrall irgendwann im Laufe der sechziger Jahre beginnend erhielten, mit unterschiedlicher Rotationsgeschwindigkeit),sich in ihrer absoluten Machtentfaltung durch den Störenfried Axel Springer immer wieder gestört fühlen.Dass ihr vom Spiegel die massiven und Jahrzehnte lang andauernden Kampagnen aus Ostberlin, die hier im Westen seit fünfzig Jahren Wirkung zeigen und die belegt und dokumentiert sind, gegen den antikommunistischen Axel Springer, der den SED-Führern ein Dorn im Auge war und der den nachlaufenden Hass der Westlinken (Enteignet Springer!) auslöste, in den ganzen Tiraden der aktuellen Titelgeschichte des Spiegel mit keinem Wort erwähnt, ist schlechter Journalismus.Fünfzig Jahre Anti-Springer-Kampagnen, die im Kalten Krieg begannen, zu unterschlagen zeigt vor allem, dass die Titelgeschichte, die doch den Eindruck erweckt, als befasste sie sich mit der Geschichte, schlecht recherchiert ist. Wenn man schon uralten Kampagnen aufsitzt und uralte Anti-Springer-Phrasen drischt, sollte man das reflektieren: es gibt doch eine fünfzig Jahre lange kontinuierliche, dokumentierte Geschichte des ideologisch unterfütterten Hasses auf die Springer-Medien. Eine der Hauptaktivitäten zum Beispiel der 68er im Jahr 1967 war, wie nun wirklich jeder informierte Zeitgenosse sehr genau weiß, Anti-Springer-Kampagnen vorzubereiten, und dies mit Geld aus Ostberlin und übrigens mit Geld von der ZEIT (Bucerius) und dem Spiegel.(Augstein).Ihr müsst wahnsinnig geworden sein dies alles unhistorisch und unjournalistisch unter den Tisch zu wischen. (oder in Eurem Titelbild zu verbrennen.) Der Spiegel versiegelt mit seiner Titelgeschichte erneut linke Geschichtsfälschungen und stellt die Realität auf den Kopf.
Die überprivilegierten verschnöselten Kinder und Enkel von 68Eure Titelgeschichte ist peinlich und verwerflich zugleich. Statt in Demut anzuerkennen, dass die Springermedien durch ihre bloße Existenz ein, wenn auch schwacher Garant für Pressefreiheit in dieser Republik waren und sind, benehmt ihr euch wie die unartigen, etwas ausgerasteten und überprivilegierten Kinder und Enkel und Urenkel von 68, die ihre linke Sozialisation nicht zu reflektieren in der Lage sind und irgendein beliebiges Links glatt für die Mitte halten.Ich verkenne nicht, dass die nachfolgenden Generationen, zu denen ich auch selber zähle, die keine 68er sind, regelmäßig die Feindbilder der 68er, die sich verselbständigt haben, übernommen haben. Hier weise ich auf das Buch des Kollegen Jan Fleischhauer hin, der die Reflexion der eigenen linken Sozialisation in Angriff genommen hat, wie ich dies bereits ein paar Jahre früher in meinem Buch „So macht Kommunismus Spaß“ getan habe. Ich will sagen: es ist möglich! Man kann sich aus linken Vorurteilen,Selbstgerechtigkeiten und Irrtümern lösen als denkender und fühlender Mensch.Bei Springer, womit man im politischen Diskurs ja prinzipiell nur BILD, BamS, Welt und Welt am Sonntag meint, hat man das populistische Springer-Bashing mit Artigkeit, Feigheit und oft einem krausen Hin-und Her von rechts und links immer wieder versucht zu unterlaufen und auszusitzen. Ich will also Springer hier nicht zum Helden machen. Aber dass Springer per Saldo eine gesellschaftsnützliche Figur in der Presselandschaft ist, sollte endlich auch im linkesten Winkel der Republik erkannt werden.Springer hat überhaupt keine wirkliche politische Linie. Insofern gehen die linken Angriffe bereits deswegen ins Leere. Der Pferdefuß ist, dass die Springermedien sich nie ernsthaft gewehrt haben und sich deswegen allseits der Eindruck verfestigt hat, dass der Rest der Medien drauf hauen darf und dazu auch eine Legitimation besitzt und Springer nur zum Einstecken legitimiert wäre. Da gibt es seit 1968 einen völligen intellektuellen Kollaps bei der Betrachtung der Springer-Medien. Springer ordnet sich eben auch selbsttätig seit vierzig Jahren immer wieder unter.
Springer und die BILD-Zeitung sind keine EngelNun wollen wir an dieser Stelle auch nicht verschweigen, dass die gesamte 68er-Bewegung ihrerseits und insgesamt stark durch Mao Tse Tungs Wahnsysteme und durch freundliche Assistenz aus Ostberlin gestützt und gepuscht wurde. Einer der geistigen Brandstifter der 68er, dessen Aufrufen physische Brandstiftungen gegen Springer folgten, war die alten 68er der ersten Stunde, war ein Rudi Dutschke, war aber auch ein Hans Magnus Enzensberger, den Ihr auch wieder in diesem Heft zum tausensten Mal irgendeinen abwegigen Essay gönnt. Ein anderer geistiger Brandstifter von damals ist der Spiegel-Dauergastautor Peter Schneider. Das ist alles nachzulesen, das Kursbuch (der sechziger und siebziger Jahre)des Hans-Magnus Enzensberger sollte Pflichtlektüre sein in Deutschland und auch im Spiegel.Damit möchte ich diese Hilfsüberlegung anschließen: Springer und die BILD-Zeitung sind keine Engel und sie haben Mist gebaut, aber nicht mehr Mist als der Spiegel, der Stern und alle anderen, aber auch nicht weniger. Der von Euch kritisierte Kai Diekmann mag eine schwierige autokratisch agierende und doch nur eingesetzte Figur an den Machthebeln der mächtigen BILD-Zeitung sein, aber nicht minder schwierig war der ebenfalls angestellte Rittmeister Stefan Aust, der 12 Jahre lang den Spiegel lenkte.
Das Hochschreiben solcher Phänomene wie der RAF durch Spiegel, Stern, Zeit und andereHast Du schon mal darüber nachgedacht, wie viele Mörder der RAF im Spiegel jedes, aber auch jedes Verlautbarungsinterview, und jeden Vorabdruck irgendeines sogenannten Buches und vieles mehr in den letzten vierzig Jahren gekriegt haben? Dagegen wäre doch Eure Behauptung, dass Guttenberg Privilegien bei der BILD-Zeitung genieße im wahrsten Sinne des Wortes pillepalle.Vierzig Jahre RAF-Foren im Spiegel sind auch nicht „Weltpolitik“,(wie die Titelgeschichten-Autoren prahlen) sondern bestenfalls unterster Lagerkampf. Wie viele Spiegelredakteure in den letzten Jahrzehnten kannten Terroristen und Ex-Terroristen und kumpelten mit ihnen herum und wussten deutlich mehr als sie schrieben? Wie viele Spiegel-Journalisten schönten also die RAF-Geschichte? Und zur Ära Aust: wie viele Ex-Terroristen waren zeitweilig beim Spiegel unter Vertrag? Alles Journalismus mit großer Distanz?
Kurz zurück zum Fall Guttenberg: Guttenberg war in Wahrheit bisher immer noch ein politischer Newcomer, den Meisten noch gar nicht lange bekannt. Der hat eine Doktorarbeit geschrieben oder schreiben lassen und sich in jedem Falle der Technik des Plagiats bedient. Die plagiierten Stellen, die ich gelesen habe, waren inhaltlich gesehen wirklich nichts Dolles, aber Plagiat bleibt natürlich Plagiat. Das Plagiat hat Guttenberg bisher verschwiegen. Ein namenloser Bremer Jurist hat die Plagiate entdeckt (man wüsste gern genauer, wie er darauf kam) und die Süddeutsche Zeitung hat es öffentlich gemacht. Zu dem strafbewehrten Plagiat kommen womöglich noch falsche uneidliche Versicherungen hinzu und dergleichen mehr oder auch nicht, wer weiß. Inzwischen hat Guttenberg, einiges zugegeben und der Doktor ist ihm abhanden gekommen. Und nun auch sein Amt und sein Bundestagsmandat. Daraus macht Ihr vom Spiegel einen Riesenelefanten, moralin bis zum Anschlag.
Ich lass mal die Moraline und den Elefanten so stehenNun habt ihr mit eurer brennenden BILD-Zeitung die Norm gesetzt. Mit fast stauffenbergschem Mut habt ihr euch an der Kampagne der Grünen und anderer Medien gegen Guttenberg beteiligt. Und, wie man jetzt weiß, obsiegt. Eurer Feindbild Guttenberg ist weg.Dann allerdings gelten diese Maßstäbe journalistischer Einmischung nicht nur im Einzelfall Guttenberg, sondern hätten auch im Fall Fischer zur Anwendung gebracht worden sein müssen. Präziser: sie sind im Fall Fischer immer noch zur Anwendung zu bringen, was denn sonst?Fischer wurde über Jahrzehnte nicht von der (im Verhältnis) kleinen BILD-Zeitung gemacht, unterstützt, beschützt und ins Sakrale hoch gehoben. Das erledigte die deutsche und die internationale Medien-Oligarchie. Das erledigten die grünen Kartelle in den Medien, in denen Fischer seine Buddys sitzen hatte. Da muss man nun Dir und auch mir nicht einen vom Pferd erzählen wollen, da sind wir beide doch in den Details drin.Eure Geschichte mit Claudia Roth und dem dicken Fischer (Ottie) in allen Ehren. Nebenbei: Warum Ihr derart massive Werbung für Rechtsanwälte wie zum Beispiel für RA Schertz betreibt, erschließt sich nicht, aber es zeigt, dass Euer unkontrollierter Hass gegen die BILD-Zeitung doch sehr groß ist.Joschka Fischer war ein Produkt der wahren Mediengiganten. Ich kenne genug Kollegen, die richtig besoffen im Fischer-Rausch taumelten. Geh mal ins Archiv und schau Dir in Ruhe Eure Hefte der ersten rot-grünen Monate und Jahre an.Da findest Du die „Hymnen“, die Ihr jetzt bei der BILD-Zeitung zu Gunsten Guttenbergs entdeckt haben wollt. Eure „Hymnen“ wurden damals zu Gunsten Fischers (aber auch Lafontaines und der anderen Kandidaten) gesungen, allerdings viel platzintensiver und viel imperativer, als es die BILD-Zeitung je zu Gunsten Guttenbergs tun konnte.Ich erinnere noch im Spiegel unter einem Konterfei Lafontaines die Unterzeile „Lafontaine der Weltökonom“. Und unter andere rot-grüne Konterfeis waren ähnliche Jubelzeilen zu lesen. Damals stand es fest, dass der Physiker Lafontaine keine Ahnung von Ökonomie hatte und heute weiß es jeder. Aber das ist wohl lagerneutraler Journalismus, wie Eure Schreiber in ihrer grenzenlosen Selbstgerechtigkeit, die hier aus meiner Sicht geistige Brandstiftung gegen die Pressefreiheit betreiben, meinen.
Nur der guten Ordnung halber: auch die grüne Partei schleppt mit dem unaufgeklärten Fall Fischer eine ihrer größten Hypotheken mit sich herum. Diese Pestbeule, nämlich ihr terroristisches Erbe, hat die grüne Partei öffentlich aufzuarbeiten, bevor sie ganz in der Gesellschaft ankommen kann.
Eure „Hymnen“ auf rot-grüne PolitikerAuch Fischer wurde, in dem Fall von mir ganz allein, mit Lug und Trug aus seiner eigenen Vergangenheit öffentlich konfrontiert. Und mit Prügelfotos und einem Prügelfilm und mit weiteren Fakten über Molotowcocktails und Schlägereien zuhauf und mit Brandanschlägen. Dahinter steckte damals übrigens eine sehr interessante und sehr aufwändige und gründliche Recherche, und sehr viele Big Names sind in meiner Arbeit, schriftlich dokumentiert, verwickelt: das ist ein wirkliche Fall, der es in sich hat. Und auch wichtig: Bis heute musste ich kein von mir veröffentlichtes Faktum zurück nehmen.Die Geschichte ist Euch und vielen Medienleuten hausintern bekannt: Ich habe Aust über meine Recherchen informiert, Aust hat versucht die Fischer-Geschichte an mir vorbei mit Spiegel-Mannen (und einem Ex-Terroristen wiedermal als Spiegel-Rechercheur) aufzustellen und ist grandios gescheitert. Und zwar in zweifacher Hinsicht: erstens hat er die ganz harten Fakten nicht bekommen, und zweitens hat er dann vor der Übermacht der anderen „Fischer-Medien“ gekniffen und hat seinen scheinbaren Angriff gegen Fischer schnell leise weinend eingepackt und in die Spiegel-Archive geschickt. Und das als Chefredakteur des Spiegel mit dem Instrumentarium Spiegel in seiner Hand.Vor Wut hat er (siehe im Vergleich die vermeintlichen Missetaten der BILD-Zeitung gegen Otti Fischer, die dagegen nichts sind) dann mit der gewaltigen Macht des Spiegel eine regelrechte (und überall nachzulesende) Verleumdungs-und Rufmordkampagne in der Zunft der Journaille veranstaltet und mich im Spiegel und Spiegel online in vielen unterschiedlichen Artikeln diskreditieren lassen, und das mit Verleumdungen, Beleidigungen und hat die Legende erfunden ich hätte die Fischer-Prügel-Fotos und den Fischer-Prügel-Film, wo auch immer, geklaut: alles widerlegt und trotzdem unbekannt, weil sich auch der Spiegel bis heute weigert die gebotene Rehabilitation meiner Person zu veröffentlichen und die eigenen Fehler einzugestehen. Alles seriöser, hochklassiger, moralisch einwandfreier Journalismus? Alles korrekte Information der Leser und der Öffentlichkeit?
Die maßlose biologistische Kampagne gegen eine einzelne Journalistin Der Spiegel kümmert sich in seiner Spiegel-Titelgeschichte liebevoll mit den armen vorgeblichen BILD-Zeitungsopfern Sebil Kekilli und Ottfried Fischer. Oh wie süß! Aber die mediale flächendeckenden Misshandlung der Journalistin Bettina Röhl, die der Spiegel mit allen anderen Medien gemeinsam massiv diskriminierte und verleumdete, kehrt ihr unter den Tisch. Aus dieser Täterschaft der Medien ergibt sich auch eine Handlungspflicht, nämlich die Bringeschuld der Medien den Fall wieder auf die Füße zu stellen.Die biologistischen Sauereien (ich hätte Fakten über den Außenminister nur wegen meiner „verlorenen Kindheit“ „aus Rache“ ausgegraben und sei natürlich „pathologisch“, „fanatisch“, „durchgeknallt“, „voller Hass“, noch „schlimmer als die Mutter“, ich hätte das Terrorgen, das es nicht gibt, geerbt) über meine Person stehen überall im Netz, weltweit bis in die New York Times hinein. Mein Buchvertrag bei Kiepenheuer &Witsch wurde aufgrund der Kampagne (auch des Spiegel) gegen meine Person gekündigt. Und ich kämpfe seit zehn Jahren mit einem individuellen, ganz singulären und extrem berufsschädigenden Generalverdacht gegen meine Person („Terroristentochter“) und das alles wegen einer journalistisch erstklassigen Arbeit, die dem führenden ideologischen Lager auf den Senkel ging.Erst gab es nur den Tatbestand „Terroristentochter“, später auch die Vokabel und die Absicht war und blieb dieselbe, nämlich auf diskriminierende biologistische Weise einen Menschen und dessen journalistische Arbeit zu vernichten. Das war purer Rassismus. Unzurechnungsfähig, weil die Mutter unzurechnungsfähig war? Pathologisch und fanatisch, weil von der Mutter geerbt? Die Medien machten es flächendeckend ihren Konsumenten deutlich: es sei schlimmer die bloße „Tochter“ einer Mutter zu sein, die einmal Terroristin gewesen war, als eigenhändig Molotowcocktails geworfen oder zu deren Einsatz aufgerufen zu haben und eine zehn Jahre anhaltende aktive Gewaltvergangenheit hingelegt zu haben. Herkunft verjährt nicht, aber die Taten des Joschka Fischer, verjährt oder nicht, seien doch alle längst Vergangenheit.
Also Vorsicht, hier schreibt Bettina Röhl, in ihr schlummert das Terrorgen! Das war die klare Botschaft, die bis heute Bestand hat. Auch eine einzelne Person ist eine diskriminierbare Minderheit. Ich beziehe mich hier auf die heute gängigen Definitionen, was Rassismus ist.Das Lager, hier vornehmlich der Medien, war so hochideologisiert, dass pure schlichte Fakten über Fischer wie Gotteslästerung behandelt wurden. Molotowcocktails? No problem. Wüste Schlägereien – Fischer tritt mit Füßen zusammen mit drei weiteren brutalen Typen seiner Putzgruppe auf einen einzelnen bereits am Boden liegenden Mann ein – waren kein Problem. Hausbesetzungen, Diebstahl, Hehlerei, Drogen, PLO, RAF-Sympathisantenschaft und selber Terrorist, alles kein Problem. Und selbst Brandanschläge? Alles kein Thema, kein Problem.Das waren allerdings alles Fischer „Doktorarbeiten“, an der er sieben Jahre respektive ein Jahrzehnt „gearbeitet“ hat. Das waren seine Meriten, seine Karrieresprünge, denn ein Abitur geschweige denn ein Studium oder gar eine Doktorarbeit hat Fischer ja nicht.Wer allerdings in Fischers „Doktorarbeiten“ wühlt, wer es genau wissen will, wie Fischers Taten in seiner Vergangenheit realiter aussehen, muss „traumatisiert“ sein. Wer sich nicht mit Fischers Statement: „Wir waren keine Lämmerschwänze“ oder mit seinen peinlichen Spruch „Ja, ich habe Brüche in meiner Biographie“ zufrieden gibt, muss „fanatisch“ und durchgeknallt“ sein. Und wer behauptet, die schöne mythologisch erhöhte 68er-Vergangenheit eines Joschka Fischer sei kriminell gewesen, wird wie ein Außerirdischer behandelt.
Eisiges Schweigen liegt bis heute über den unaufgeklärten Brandanschlägen der SpontiszeneUnd dann sind da ja auch noch die Brandanschläge aus der Frankfurter Spontiszene heraus, zum Beispiel auf einen Polizisten, der mit lebensgefährlichen Verletzungen knapp überlebte und der durchorganisierte Molotowcocktail-Angriff auf das spanische Konsulat in Frankfurt: unverjährbare Taten, da versuchter Mord in Deutschland nicht verjährt.Diese Fälle überstiegen 2001 und bis heute die Toleranzgrenze der links-liberalen Leitmedien: man darf über alles berichten, aber doch nicht darüber. Man recherchiert diese bis heute unaufgeklärten Fälle, deren Existenz aber bereits bekannt ist, aktiv nicht. Die Medien überpüfen auch nicht das sonderbare Verhalten der Staatsanwaltschaften in diesen Fällen oder das sonderbare Verhalten der Regierung Koch. Eisiges Schweigen liegt über diesen Fällen. Man bringt Fischer damit nicht in Verbindung und man kritisiert nicht einmal, dass die Frankfurter Ermittlungsbehörden eine ganz exorbitant fragwürdige Rolle gespielt haben.Noch mal zur Erinnerung: während meiner ersten Veröffentlichungen zum Fall Fischer im Jahr 2001 lief gerade aktuell das Verfahren wegen versuchten Mordes an dem Polizisten durch einen Molotowcocktailanschlag aus dem Jahr 1976. Das Verfahren war im Jahr 1999 wieder aufgenommen worden, offiziell wegen neuer Zeugen und Indizien. Aber obwohl dieses Verfahren 2001 während der medialen Fischer-Affäre parallel im Hintergrund lief, wenn auch in einer höchst fragwürdigen Weise, ( aber das ist ein anderes Thema) wurde seit ungefähr seit dem 1.März 2001 nicht mehr im Fall Fischer recherchiert. Wer ist denn nun angeklagt worden? Gab es Entlastungszeugen zu Fischer?Gab es Belastungszeugen? Ist das Verfahren abgeschlossen worden? Noch einmal: Gegen Fischer wurde 1976 wegen versuchten Mordes ermittelt und dieses Verfahren war ohne große Beachtung der Öffentlichkeit 1999 wieder aufgenommen worden und lief 2001 und wurde auch noch in den folgenden Jahren von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Aber obwohl Fischer noch bis 2005 im Amt blieb, gab es keine Berichterstattung mehr zu diesem Verfahren Und Fischer wird auch in Interviews und in Filmen über ihn nicht mal danach gefragt.Selbst ein laufendes Verfahren wegen versuchten Mordes, zu dem ich 2001 allerlei massive Unstimmigkeiten über einen getürkten Zeugen und V-Mann der Polizei öffentlich thematisiert hatte, wird aktiv und geschlossen von der gesamten Presse und eigenartigen Weise auch von der Politik ignoriert, obwohl es um den damaligen Außenminister und Vizekanzler der Republik ging.
Wo war da der Aufschrei des Spiegel?Grotesk: Das ZDF sendete 2008 einen aufwändigen udn langen Film zur Biographie Fischers, in der die Gewaltvergangenheit Fischers ausgeblendet wurde! Wo war da der Aufschrei des Spiegel? Wieso wurde hier nicht dsa ZDF als Brandstifter bezeichnet und der damalige Fernsehchef Nikolaus Brender entsprechend vorgeführt?So ein Verhalten der Medien, so ein kollektives Schweigen, wo Recherche, Transparenz, Öffentlichkeit und Nachfragen geboten gewesen wären und auch noch geboten sind, hat es in der bundesrepublikanischen Geschichte sonst nicht gegeben. Und es wird bis heute wie ein Sakrileg behandelt, diesen Fall sorgfältig zu recherchieren und darüber zu berichten.Und wenn dann auch noch ein Bundespräsident sich in die Pressefreiheit der Journalistin Bettina Röhl einmischt und diese als traumatisierte „Tochter“ diffamiert, die ihre eigene Mutter mit Joschka Fischer verwechseln (!) würde und in ihrem Hass nur „Gegenbilder“ suchte, dann sahen es die Medien mit Wohlwollen. Da kommt endlich mal einer, der es ihr gibt, damit sie endlich aufhört den armen Fischer mit Dingen aus dessen Vergangenheit zu quälen, die wir alle gar nicht wissen wollen. So mussten die Artikel in allen oben zitierten Leitmedien verstanden werden. Und bei dpa, wo Fischer die dicksten Buddys hatte. Man steige in die Archive und gehe ins Netz.
Was ist mit den Details?Kaum hat Guttenberg seinen Abgang perfekt gemacht, wird dessen doch etwas peinliche Rücktrittsrede von den Journalisten und Wissenschaftlern, Internetforen usw. seziert und man moniert zu Recht, dass Guttenberg nur nebulös und abstrakt von seinen Verfehlungen sprach, statt die Details zu benennen.Bei Fischer sind genau diese Details aus seiner Gewalt-Vergangenheit unerwünscht. Es gibt die große Omertà des linken Lagers, die großen Omertà der sonst überaus geschwätzigen linksliberalen Medien. Um es klar zu sagen, und das muss man bereits nach den veröffentlichten Fakten, die vorliegen, sagen: Fischer war Terrorist, auch wenn Terrorist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung ist. Die Vokabel „Terrorist“ hat in der deutschen Sprache einen, wenn auch sehr unspezifischen Inhalt, demgemäß es völlig artifiziell wäre, die Gewaltspontis der Frankfurter Szene mit ihrer erklärten, clandestinen Massenmilitanz nicht Terroristen zu nennen.Inzwischen habe ich von einem Top-Geld-Manager auch noch erfahren, dass Fischer sich hat als Hausbesetzer von den Eigentümern hat „auszahlen“ lassen. Wenn das seine linksradikalen Genossen wüssten!Fischers Untaten, verglichen mit den Untaten des jetzt etwas einfältig rüberkommenden Adligen, haben ein Gewicht und einen Unrechtsgehalt, die den Schönling aus Franken wie einen etwas unartigen Lausbuben aussehen lassen. Aber da musste dann offenbar mit dem Kanonenrohr geschossen werden: da musste Rudolf Augsteins Sturmgeschütz der Demokratie nochmal gucken, ob es noch schießen kann.
Was ist nun das Ergebnis des Vergleich Guttenberg-FischerWas ist nun das Ergebnis des Vergleich Guttenberg-Fischer, den ihr vom Spiegel mittelbar jetzt auf die Tagesordnung gesetzt habt: Hier der kleine Guttenberg mit der kleinen Verfehlung gestützt von der singulären BILD-Zeitung, da der dicke fette Obergrüne Fischer mit der Medienmacht der Medienkartelle und einer hammerharten Gewaltvergangenheit. Hier ist der Guttenberg, der jetzt geschlachtet wird, da ist der Fischer, der auch heute noch leise hofiert und geschont wird.Guttenbergs Geschichte ist peinlich. Aber irgendjemand hat, so meine Vermutung, dem Bremer Professor, der das Plagiat in Guttenbergs Doktorarbeit fand, einen bösen Tipp gegeben. Diesen Bremer Professor müsste man, finden ich, schon noch etwas näher durchleuchten. Noch mehr aber muss Licht in den Medienskandal mit dem Namen Fischer/Röhl aus dem Jahr 2001 gebracht werden, der inzwischen noch wichtiger ist, als die Vergangenheit des vergleichsweise schnell verblassenden Fischer. Dies ist eine Aufforderung den seit zehn Jahren unterdrückten Fall Joschka Fischer endlich mit allen bekannten und bisher unbekannten und nicht veröffentlichten Details und Fakten in Angriff zu nehmen und auf der anderen Seite ganz aktiv meine Person zu rehabilitieren. Die Hetzkampagne unter dem Rubrum „Terroristentochter“ versiegelt den Fall Fischer bis heute. Der Terrorist war Fischer und nicht die Journalistin, die Aufklärung wollte und will Namens der Pressefreiheit
Bettina Röhl
„Die Brandstifter“ Titelgeschichte „Politik und Populismus – die unheimliche Macht der „BILD“-Zeitung, Spiegel 9/11
Verfasst am März 04, 2011 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (19) | TrackBack (0)
Auf mein Interview in der "TAZ" ("Meinhof war nicht mutterfähig") letzte Woche reagierte jetzt der "Freitag" und quirlt Pädophilie, die RAF, die katholische Kirche, Ulrike Meinhof, Klaus Röhl, Jutta Ditfurth, Anja Röhl, Täter und Opfer, alles in einer außerordentlich dümmlichen und menschenverachtenden Manier durcheinander. Furchtbar, grauenhaft, verwerflich!
Hiermit fordere ich den Freitag auf sich für diesen menschenverachtenden und hetzerischen Artikel detailliert und öffentlich in der Druckausgabe und im Netz bei mir zu entschuldigen
"Röhlsche Familienfehde Wie der neurotische deutsche Familienroman um eine Epoche reicher wurde"
Eine perverse wahrheitswidrige Phantasie über Mißbrauchsopfer und RAF-Opfer
„Man kann das Ganze durchaus auch als geschickte Vermarktungsstrategie lesen, bei der es um den Absatz von Büchern geht und den Anspruch, die „einzig dokumentierte Biografie der Meinhof“ (B. Röhl) geschrieben zu haben. Tochter oder auch nur „Stieftochter“ der Meinhof zu sein, garantiert Zinsen.“ ( Zitat aus dem "Freitag")
Sohn oder Stiefsohn von Rudolf Augstein oder Martin Walser zu sein, (der tausendfach privilegierter als ich das gleiche Gymnasium besucht hat wie ich, wie er mir unlängst selber erzählt hat) garantiert millionenschwere Zinsen, von denen der marktuntaugliche Freitag mit höchst kapitalistischen Methoden am Tropf auf der Intensivstation gehalten wird.
Und die Schreiberin dieses schlimmen, an schlimme Zeiten erinnernden Artikels (als Menschen noch wegen 1. Herkunft oder 2. weil sie Opfer von Mißbrauch oder Opfer von Gewalt geworden sind, geschmäht oder verfolgt wurden) fristet ihren Lebensunterhalt aus den Zinsen ihres Dienstherren.
Ich stelle fest:
1. Ulrike Meinhof hat kein Erbe hinterlassen und, wie auch dieser Artikel beweist, bedeutet eine Mutter Meinhof, dass tausende von widerwärtigen Journalisten meine Person in teils unmenschlicher Weise belasten. Mutter Meinhof kostet mich ein Vermögen. Und das liegt vor allem daran, dass Millionen von Menschen, nicht nur in Deutschland, ihre eigenen unausgegorenen Meinhof-Phantasien auf meine Person projizieren und dies meistens in schizophrener Weise.
2. Tausende von Journalisten, Filmemacher, Theaterleute, Autoren bereichern sich seit vierzig Jahren an meiner Person und meinem Schicksal und meinem Leben, in dem sie wie die Wahnsinnigen über Mutter Meinhof und meine Person und meine Familie herumphantasieren.
3. Ich habe mich nirgends "schrill", in "hohen" Tönen oder "bizarr" geäußert. Weder in der FR, noch im Spiegel noch in der Taz, wo ich auf schrille, bizarre und perverse Kampagnen von Jutta Ditfurth und in ihrem Schlepptau Anja Röhl und Wienke Zitzlaff reagiert habe und reagieren musste.
4. Ich habe mich zum Mißbrauch Klaus Röhls seit seinem Geschehen Anfang der siebziger Jahre, also seit vierzig Jahren, nicht öffentlich geäußert, das hat mir schon öffentlich Alice Schwarzer übel genommen und das haben mir Ditfurth und co. übel genommen und Ditfurth, der es um welchen Mißbrauch auch immer überhaupt nicht geht, sieht nur ihre Meinhof und ihre RAF.
5. Ich habe die einzige dokumentierte Meinhof-Biographie, die es überhaupt auf dem Markt gibt, vorgelegt, mit einem sensationellen Aktenfund aus Ostberliner Bestand und ich habe die Quellen nicht nur benannt, sondern auch kritisch beleuchtet. Die Rezension im Freitag zu „So macht Kommunismus Spaß“ war ja auch entsprechend recht ordentlich.
Dass mein Buch über meine Eltern, über die Biographie Meinhofs und über die linke Geschichte der Bundesrepublik ein dokumentiertes Buch ist, hat der Freitag selber festgestellt. Und das es die einzig dokumentierte Meinhof-Biographie ist, kann man auch nachrecherchieren. Krebs, Aust, Klaus Röhl und Jutta Ditfurth haben keine oder nur ganz mariginal Quellen genannt.
6. Jutta Ditfurth hat keine recherchierte Meinhof-Biographie vorgelegt, sie hat wohlweislich keine Quellen genannt. Die Hoimar von Ditfurth-Tochter , die das Erbe ihres Vaters ausweislich der posthumen Homepage ihres Vaters fortsetzt, will in der Tat ihre sogenannte Meinhof-Biographie, die eher ein Schmuddelroman ist, eine verkitschte RAF-Nummer, vermarkten und das mit unwahren Tatsachenbehauptungen aus meinem Leben. Unter unter Mißachtung meiner Persönlichkeitsrechte .
7. Dass Anja Röhl eine glühende Meinhof-Verehrerin ist, ist dokumentiert. Es handelt sich nicht um eine Meinung.
8. Anja Röhls Mißbrauchsgeschichte halte ich, zumindest weitgehend, für eine Erfindung, ihre Geschichte im Stern für eine riesige Ente. Eine Ente, mit der skrupellos in mein Leben eingegriffen wurde und jetzt lese ich im Freitag menschenverachtendes dummes Zeug über meine Person, weil ich mich gegen unmenschliche Angriffe eines Damentrios öffentlich zur Wehr setze. Ich muss doch sehr bitten! Und der Vollständigkeit halber: die Ditfurth-Biographie ist eine Ansammlung von fanatischen und intensiv-ideologischen Entlein, die allesamt mit einer Meinhof-Puppe spielen.
9. Den Sachstand schildert die Freitags-Schreiberin lückenhaft, falsch und tendenziell. Offenbar ist die Schreiberin dem Stoff nicht gewachsen und ergeht sich in assoziativem Geschwafel über Gerd Koenens neurotische Fehlverarbeitung der RAF und seiner eigenen Vergangenheit. Ein unseliges Stück Text:
a) Steht fest, dass ich 1970 ein Verschleppungsopfer der terroristischen RAF war, deshalb ist der Vergleich mit Ensslin und Anderen absurd.
b) Habe ich gerade (zwangsläufig) im Spiegel öffentlich die drei Jahre anhaltenden, pädophilen Übergriffe von Klaus Röhl, mit dem ich seit Jahren, was bekannt ist, gar keinen Kontakt mehr habe, sehr groß thematisiert.
c) Musste ich mich jetzt aktuell gegen eine widerwärtige Ditfurth-Kampagne zur Wehr setzen, gegen mehrere Medien, die mich gegen meinen erklärten Willen, mal eben so als „Mißbrauchsopfer“ mit Kinder-Bild und Text geoutet haben.
Wie kann man Opfer und Täter einer Familie alle in einem Mix zusammen quirlen und dann von einer „Röhl-Fehde“ sprechen oder einer „neurotischen“ Familie“
Wieso Röhl-Fehde? Was ist denn mit Ditfurth, die ihre Kampagne in vier verschiedenen Medien inszenierte und befeuerte? Und die ihre wahnhaften Texte absonderte?
Was ist mit ihrer Kronzeugin Wienke Zitzlaff, um einen zweiten Namen zu nennen.
Was ist mit Ulrike Meinhof?
Und was ist mit den Medien, das heißt, was ist mit Judith Luig von der „Welt“, mit Christian Malzahn von der „Welt“, was ist mit Nina Apin von der TAZ, was ist mit Arno Luik, der die Anja-Röhl -Geschichte im Stern eingefädelt hat, was ist mit Chefredakteur der Berliner Zeitung Uwe Vorkötter, der Ditfurth jedes Forum gewährt, schon zu Frankfurter Rundschau-Zeiten, was ist mit Julia Jüttner von Spiegel Online, und mit der Schreiberin hier im Freitag, die allesamt hoch engagiert unter dem Deckmantel irgendeiner Objektivität meine Persönlichkeitsrechte, meine Rechte brechend, über meine Person als Kind und als Erwachsene herumschwadronierten, allesamt gegen meinen Willen über mich als Mißbrauchsopfer als Kind spekulierten und sich tief in eine Mutter-Kind-Geschichte ( die ihrer eigenen Verklemmungen entstammt) öffentlich psychologistisch und teilweise biologistisch hinein hängten. Und die alle über einen Fall schreiben, den sie gar nicht kennen, aber realitätsverlustig glauben zu kennen und die alle scheinheilig so tun, als hätte ich mich im luftleeren Raum freiwillig und eigeninitiativ mit einer Halbschwester unterhalten, mit der ich nie zusammen in einer Familie gelebt habe.
Hier ist ein ganzes Dutzend von Menschen beteiligt und auf mich mit widerlichen und abenteuerlichen Spekulationen über meine Kindheit auf mich zugerauscht. Und wenn ich dann eine Antwort gebe, ist er wieder da, der uralte Reflex: Terroristentochter.
10. Es ist ein Verstoß gegen alle Regeln des Journalismus einen Kollegen und gar seine ganze Familie in Sippenhaft zu nehmen und „neurotisch“usw. zu nennen und all dessen hochqualitativ hochwertige Beiträge und Artikel zu diesem Thema mit dem Wort „bizarr“ zu diskreditieren und zudem einen Menschen, der sich gegen seinen Willen als Opfer geoutet sah, mit einer Terroristin oder einem pädophilen Täter irgendwie schwül und schwülstig und unheimlich unter-und hinterfieselig gleich zu setzen oder in einen Topf zu schmeißen. Erst werde ich mit der Terroristin Meinhof verglichen (hohe Töne, schrill) und dann bin ich plötzlich wieder der gleichen Meinung wie der pädophile Klaus Röhl.
11. Die Schreiberin ist der deutschen Sprache offenbar nur eingeschränkt mächtig. Zumindest kann sie mit dem Begriff „dementieren“ nicht umgehen. Das alles ist berufsschädigend und es zielt auch auf Ruf-und Berufsschädigung ab, von wegen Zinsen.
12. Das wirklich schreckliche Dumgedrösel in Gestalt der Frage, ob eine Mutter im Untergrund, also eine Terroristin, mutterfähig sei, zeigt wes Ungeistes Kind die Dame ist.
Ich erwarte also unverzüglich eine detaillierte öffentliche Entschuldigung!
Bettina Röhl
Verfasst am Juli 31, 2010 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack (0)
Der jahrzehntelange Dauerbrenner „RAF“ hätte nach dem historisch-politischen 20 Millionen Euro - Flop des Eichinger-Filmes „Der Baader-Meinhof-Komplex“, der 2008 in die Kinos kam, sein Ende gefunden haben können. Und in der Tat lief das Thema RAF vorübergehend etwas schlechter. Doch jetzt aus dem Nichts ohne Not die „Ereigniskarte“ des Spiegel-Autors Michael Sontheimer: Gehen Sie zurück auf Los! Werfen Sie jeden zwischenzeitlichen Erkenntnisgewinn über die RAF über Bord! Vergessen Sie alles! Einzig erlaubtes Gepäck: die uralten RAF-Mythen und Legenden.
In seinem gerade erschienenen Buch „ Natürlich darf geschossen werden“ liefert der Autor, leicht und seicht zu lesen, seine Geschichte der RAF, die so porös und so unreflektiert, so unpolitisch und unhistorisch daherkommt, dass man fassungslos sein muss.
Der Journalist Michael Sontheimer, der schon sehr früh als Taz-Mitbegründer und als Zeit-Redakteur in den achtziger Jahren Interviews mit Terroristen, wie Astrid Proll, Bommi Baumann und Peter Jürgen –Boock machte und mit vielen von ihnen seit Jahrzehnten geradezu freundschaftlich verkumpelt ist, ist eine der wesentlichen Figuren, die die Fehlverarbeitung der RAF in der Bundesrepublik ganz originär mit zu vertreten hat. Allerdings stand Sontheimer immer im Schatten von Stefan Aust, der am Ende immer alle Storys der Raffer für seine Bücher, Filme und Medien absahnte und an sich riss, die andere, wie zum Beispiel Sontheimer, vorbereitet, gemacht, organisiert hatten.
Wie kann es angehen, dass Sontheimer einerseits über Astrid Prolls angebliche Isolationshaft schwadroniert und an anderer Stelle ihren Namen verschweigt, wo dessen Nennung geboten wäre:
An der Stelle im Buch, wo er von der „Befreiung“ eines gewissen Andreas Baader spricht, gemeint ist dessen Gefängnisausbruch am 14.Mai 1970, möchte er mit Detailwissen glänzen. Er beschreibt dezidiert, wie diejenigen Gründungsmitglieder der RAF, die Schusswaffengebrauch im Zusammenhang mit dem Gefängnisausbruch von Baader einkalkuliert hatten und einen Menschen lebensgefährlich verletzt hatten und daher konsequenterweise wegen versuchten Mordes strafrechtlich verfolgt wurden, lapidar in einem „Alfa Romeo“ flüchteten. Warum schreibt er nicht: diesen Alfa Romeo hat eben jene Astrid Proll gesteuert, sie lenkte eines der beiden Fluchtfahrzeuge. Das ist alles öffentlich bekannt, aber warum schreibt Sontheimer es hier nicht auf, wo er doch ohnehin nur sattsam Bekanntes liefert.
Das große Schlussplädoyer im Buch heißt „Aufklärung“, aber Sontheimer übt eine sehr willkürliche Selektion, man muss es so hart sagen, wie es ist, zu Gunsten seiner Lieblings-Täter. Immer wieder findet man im Buch Formulierungen wie diese: „Ein ehemaliger RAF-Mann erinnert sich“. Wer, möchte man Sontheimer fragen, erinnert sich.
Aufklärung, so Sontheimers Trick, der allerdings auch ein alter Hut ist, würde der Rechtsstaat verhindern, in dem er durch die Verfolgung der in Deutschland nicht verjährbaren Mordtaten der RAF die Aussagelust der Täter auf Null herabsenkte. Also propagiert Sontheimer, was die RAF schon immer wollte, freies Geleit für die RAF: Straffreiheit und ein gehätscheltes prominentes Leben gegen das Aufzählen, welcher Terrorist welche Tat beging.
Freies Geleit für die letzten NS-Verbrecher? Freies Geleit für die organisierte Kriminalität? Freies Geleit für jeden Vergewaltiger, für jeden Mörder? Abschaffung der Unverjährbarkeit des Mordes? Abschaffung jedweder strafrechtlichen Sanktion für jede Plaudertasche, die ihre kriminellen Aktionen im Gerichtssaal zugibt und beschreibt?
Die speziellen Gesprächspartner von Sontheimer, Proll, Baumann, Boock (und einige andere, die mal namentlich erwähnt, mal vernebelt werden) haben in den letzten dreißig Jahren allerdings über ganz wenige Sachverhalte schon so viel Unterschiedliches, teils Gelogenes, teils nicht Verstandenes, teils Gewünschtes erzählt, dass nicht mehr mit Zuverlässigkeit gesagt werden kann, welchen Sinn und Wahrheitsgehalt hat, was sie Anno 2010 zu Protokoll geben. Auch sie selbst dürften sich die Dinge schon so oft schön geredet haben, dass sie ihre eigenen Taten nicht mehr werthaltig beurteilen und wieder geben können.
Das Buch ist ein einziger RAF-Brei von jemandem, der keine journalistische Draufsicht hat, sondern mitten drin steckt im RAF-Zirkus. Es ist Mainstream, was Sontheimer hier geliefert hat und die RAF ist, wie mans dreht und wendet, Teil des medialisierten Mainstreams. Dazu gehört heute auch, dass Kritik an der RAF punktuell auch schon mal etwas deftiger als früher üblich artikuliert wird, die RAF dann plötzlich auch mal als „Killertruppe mit Genickschusstaktik“ bezeichnet wird, aber per Saldo bleibt es bei einer Hymne auf die RAF. Der Leser erfährt allerdings nicht, welches eigentlich ihre Ziele waren. Das sagt Sontheimer sogar selbst an einer Stelle, ohne aber in der Lage zu sein daraus die Konsequenzen zu ziehen. Es bleibt bei dem ewig noch nie schlüssig begründeten Generalverdacht gegen die Bundesrepublik Deutschland, und bei dem nie schlüssig begründeten politischen Widerstandskampf, den die RAF angeblich geführt hätte. Es bleibt per Saldo dabei, so wie es die RAF selber wollte: ihr Tun war nicht kriminell, es war hochmoralisch, auch wenn es zum Teil ins Unmoralische abglitt und es entzog sich jeder Justiziabilität.
Sontheimer glorifiziert die RAF in vielen beiläufigen Beschreibungen unendlich: Che Guevara nennt er kurz und bündig einen „selbstlosen Guerillero“, Gudrun Ensslin ist für ihn eine „hochkarätige Intellektuelle“. Baader und Ensslin nennt er die „Doppelspitze der RAF“. Jan-Carl Raspe ist der „fähigste Techniker der Terrorgruppe“, Baader ein „Bohemian“, Ensslin eine Doktorandin usw.
Und er erklärt: „Straftäter, die derartig entschlossen, organisiert und intelligent vorgingen, waren in der Bundesrepublik ein Novum“. Wenige Absätze weiter heißt es dann: „… in Wahrheit musste die Gruppe ständig improvisieren. „
Einerseits heißt es, die Gruppe war „politisch isoliert“, andererseits erwähnt er zutreffend, dass 40 % der Befragten einer Allensbachumfrage angaben der RAF politische Motive zuzugestehen und dass jeder siebte Deutsche nicht ausschließen würde einem RAF-Mitglied Unterschlupf zu gewähren.
Slapstickartig wird Sontheimer, wenn er formuliert: „Die Gruppe hatte ein großes Problem. Sie wollte den bewaffneten Kampf aufnehmen, hatte aber keine Waffen.“ Die RAF und ihre Gründer hatten tatsächlich ein „großes Problem.“ Das bestand aber in ihrem Realitätsverlust und in ihrer ideologischen Verblendung, woran Sontheimer noch im Jahr 2010 scheitert, wenn er nicht nur an dieser Stelle Insiderwitzchen unreflektiert als eigenen Text wieder gibt.
Der RAF-Propaganda, dass der Staat Isolationsfolter gegen die Inhaftierten RAF-Täter geübt hätte, widmet das Buch breiten Raum, um wenige Zeilen später von den ausgiebigen Besuchen der Anwälte in den Gefängnissen zu schwärmen. Und dann kommt es Schlag auf Schlag.
Es heißt die RAF-Anwälte waren „ die wichtigsten Verbindungsleute zur Außenwelt, insbesondere zu den „Illegalen“, den Kadern im Untergrund“, um dann um nächsten Satz die diesermaßen beschriebenen Anwälte, die ihre Verteidigerstellung missbrauchten und mit ihrem Tun den bewaffneten Kampf der RAF aktiv förderten, also im Klartext selber terroristisch mittaten, gegen konservativ genannte Politiker und böse Medien in Schutz zu nehmen, die diesen Missstand benannt hätten.
Das Buch ist nicht sehr umfangreich. Es ist schmal, und es ist schon erstaunlich mit wie vielen Widersprüchen, zum Teil krassen Widersprüchen, die alle zum bekannten Handwerkszeug der RAF-Propaganda gehören, der Leser fertig werden muss.
Dazu kommen die klassischen Mythen der RAF, die alle samt und sonders gepredigt werden. Ein paar Beispiele:
1. Mehrfach wird im Buch angedeutet, dass es sich bei der RAF um ein „sehr deutsches Phänomen“ handelte. Der antifaschistische Widerstandskampf, 25 Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, im sicheren Hafen der Willy Brandt –und Helmut Schmidt-Bundesrepublik, wird verschiedenen Orts gequält. Dazu muss man einfach sagen: Die RAF war gerade keine antifaschistische Widerstandsangelegenheit. Sie war eine krypto-kommunistische Revolutionsbewegung, die sich am Völkermörder Mao Tse Tung orientierte.
2. Der Satz, dass später „Wissenschaftler“ heraus gefunden hätten, dass die meisten, die sich der RAF anschlossen, zuvor „bei Demonstrationen von Polizisten zusammen geschlagen worden waren“, ist einfach nur peinlich. Da müsste dann doch verifiziert werden, welcher Wissenschaftler aufgrund welcher Tatsachen welchen Polizeiangriff in welchem Zusammenhang heraus gefunden hat. Die RAF stilisiert sich allzu gern zum Opfer, das ist eine ihrer Maschen.
3. EX-Bundesinnenminister Gerhard Baum kommt unkommentiert so zu Wort, dass „entscheidend für die Eskalation zum Terrorismus“ der Axel Springer-Verlag gewesen sei. Bei aller Liebe, das ist Quatsch, der durch das über die Jahrzehnte andauernden Skandieren dieser Nummer nicht besser wird.
4. Verleger Klaus Wagenbach, der selber an dem Gefängnisausbruch Andreas Baaders, nach eigenem Bekunden, nicht unbeteiligt war, und mit teils extrem linker Literatur damals sein Vermögen machte, kommt auch zu Wort: „Der Sound dieser Jahre war die Wut auf den Staat“. Nein! Die arbeitenden Massen in Westdeutschland waren zum Leidwesen der DDR und der Westkommunisten am Italienurlaub, am Autokauf, an Waschmaschine und Kühlschrank, an Arbeitszeitverkürzung, und am Sozialstaat interessiert. Sie waren, wie Wagenbach, nur sehr viel bescheidener am Money-maken dran. Und Baader und Ensslin waren an Luxus und an Ruhm interessiert, an schnellen Autos, schicken Klamotten und Donald-Duck-Heftchen, was Sontheimer an anderer Stelle beschreibt. Der „Sound der Zeit“ den Wagenbach gehört haben will, war das „Elend der Intellektuellen“ in Deutschland, wie Politikwissenschaftler Kurt Sontheimer es einst formulierte. Diese unzufriedenen und zugleich sattgefressenen Intellektuellen waren die Wegbereiter der studentischen Unruhen, die zur RAF führten.
5. Und natürlich trotz der neuen Enthüllungen zu Todesschütze Kurras aus dem Jahr 2009 werden die Schüsse auf Benno Ohnesorg als die ersten Schüsse, die die RAF erst ausgelöst hätten, vorgeführt.
Ein Manko des Buches: Die Einbettung der RAF in die 68er-Bewegung kommt mit keinem Wort vor. Andere Terrororganisationen, wie die Revolutionären Zellen, speziell in Frankfurt oder terroristische Erscheinungen in der dortigen Spontiszene und die unaufgeklärten Taten dort, finden im Buch überhaupt nicht statt, obwohl eine isolierte Erklärung der RAF gar nicht möglich ist. Und auch die im Kontext wichtigen Bedingungen des Kalten Krieges werden im Buch nicht dargestellt.
Sontheimer bemüht den altbekannten Mief der Adenauer-Zeit, der noch erst erklärt werden müsste und dagegen lässt er die im Ergebnis faschistisch agierenden Roten Garden Mao Tse Tungs als Vorbilder der RAF unkommentiert auftreten.
Das Buch ist eine geschrumpfte Variante des Austschen Baader-Meinhof-Komplexes ohne neue Tatsachen, ohne neue Sichtweise und mit keiner einzigen neuen Idee.
Die völlig überhöhte RAF wird mit Büchern wie diesem ad infinitum perpetuiert.
Rezension zu Michael Sontheimer „Natürlich kann geschossen werden“ Eine kurze Geschichte der Roten Armee Fraktion" Frankfurter Rundschau
Verfasst am Juli 27, 2010 in Aktuelles [1] | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack (0)
Wahl 2009, Merkel for ever? hier auf Der Mainstream
Verfasst am September 24, 2009 | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
Meinen Artikel über den Amoklauf der Medien finden Sie hier auf dem Mainstreamreport bei Welt online pder hier auf Der Mainstream
Verfasst am März 15, 2009 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (18) | TrackBack (0)
ab sofort blogge ich bei Welt online über "Sex, Macht und Politik"
Verfasst am Mai 08, 2008 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack (0)
Rudi Dutschke zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!
Hier noch mal die Links auf meine beiden bei Cicero erschienenen Artikel über Rudi Dutschke und die Dutschke-Straße:
(...)Die Schlange 68, die mit Giftbissen und Würgen ihren kulturellen Sieg und ihre politische Deutungshoheit mal untergründig schleichend, mal offen hervortretend verteidigt, überlässt ihren Häutungsprozess seit einigen Jahren einer regelrechten Industrie so genannter unheimlich geläuterter, gewendeter Renegaten, die allerdings damals schwer fehlten und als Schlangenbeschwörer heute schon wieder versagen, indem sie die selektive Offenlegung ihrer eigenen Traumata und Entgleisungen zur endgültigen Geschichtsverfälschung nutzen. Diese Schlange lässt ihrem alten Idol Dutschke ihre eigene historische Siegerjustiz angedeihen und erschwert es der Objektivität erheblich und macht es auch jetzt wieder zu einem Sakrileg, Dutschke über einen bestimmten Punkt hinaus in Frage zu stellen. Dutschke war, wie der Dutschke-Biograf Miermeister es andeutet, ein verdammt zweischneidiges Schwert. Seine Bescheidenheit und seine Sympathiewerbung konnten ebenso bestechen wie der teilweise Irrsinn, den er so eingängig vorzutragen wusste. Das war nicht ungefährlich und ungefährlich war auch nicht, dass Dutschke möglicherweise den Schutz partieller Schuldunfähigkeit gelegentlich für sich in Anspruch nehmen konnte. (...)
Verfasst am Mai 02, 2008 in Rudi Dutschke und die Schlange 68 | Permalink | Kommentare (15) | TrackBack (0)
Verfasst am April 28, 2008 in Maybrit Illner | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Alle backen zur Zeit schwarz-grüne Liebestörtchen und brauen schwarz-grünen Kaffee-Tee. Keiner hats probiert und wie es mit der Verdauung aussehen wird, ist offen.
Bettina Röhl
über schwarz-grüne Strategiespiele in Berlin und Hamburg auf Der Mainstream
Vorausgedacht: Trau keinem 68er! vom 22. Januar 2003 in Eifrei und auf meiner Homepage über Schwarzes und Grünes:
Grüne Rückkehr in die Atomkraft? Grün war die Hoffnung, erschienen im Herbst 2005 in Cicero
Verfasst am April 25, 2008 in Schwarz-grüne Strategiespiele | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Den Artikel über Geschwisterinzest finden Sie hier in der Zusammenfassung in der Welt am Sonntag und vollständig auf Der Mainstream
Verfasst am März 17, 2008 | Permalink | Kommentare (9) | TrackBack (0)
So macht Kommunismus Spaß" ist im Februar 2008 in polnischer Übersetzung erschienen: 
Mein Interview zum Buch erschien in der polnischen Zeitung rp:
Hier finden Sie meine Artikel aus Oktober 2005 zum deutsch-polnischen Verhältnis auf Der Mainstream
Hier mein Interview mit dem Danziger Bürgermeister von Danzig Pawel Adamowicz
und mein Bericht über die Stadt Danzig für die Zeitschrift Cicero im Jahr 2005, der inzwischen Schulbuchlektüre im Rahmen eines Deutschbuches zur Blechtrommel von Günter Grass in Deutschland ist.
Verfasst am März 17, 2008 | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack (0)
Lesen Sie meine RAF-Trilogie auf Der Mainstream:
1.68er-Bashing? Der Paradigmenwechsel RAF ( Politische Meinung)
Verfasst am Dezember 05, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (7) | TrackBack (0)
Die Aktion Mensch (ZDF) hat mich gefragt: Welche gesellschaftliche Utopie hat Sie beeindruckt?
Meine Antwort finden im Heft "Menschen" Oktoberausgabe. Heft 4/2007 unter dem Titel: 32 Prominente geben Auskunft über ihre persönliche Utopie. Einen Auszug aus meinem Statement in "Menschen" finden Sie auf der Homepage der Aktion Mensch unter dieGesellschafter.de hier: Welche gesellschaftliche Utopie hat Sie beeindruckt und vielleicht sogar Ihren Lebensweg geprägt, im positiven wie im negativen Sinn?
Verfasst am Oktober 31, 2007 in Aktion Mensch - Utopie_ | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
Aus der Rede des Präsidenten des Deutschen Bundestages Dr. Norbert Lammert zum Gedenken an die Opfer des Terrors der RAF:
(...)"Die immer wieder aufgestellte Behauptung, erst und nur die Protestbewegung habe Deutschland zu einem liberalen, lebenswerten Land gemacht, ist anmaßend und muss vielen bitter aufstoßen - übrigens nicht nur Angehörigen der Opfer. Die Journalistin Bettina Röhl, eine Tochter von Ulrike Meinhof, meint, es sei an der Zeit für eine andere Betrachtungsweise. Sie stellt die Frage, ob die Bundesrepublik ohne diese Bewegung heute nicht in mancherlei Hinsicht besser dastünde als mit ihr (Welt am Sonntag vom 9. September 2007). Auch diese Überlegung ist sicher spekulativ, aber gewiss nicht weniger legitim als die gegenteilige Behauptung."(...)
Eine Freude und Ehre mit einer Reihe von Gedanken, die ich in diesem Jahr in der "Welt am Sonntag" ( lange Version) in Spiegel Online, bei Sabine Christiansen und in der Politischen Bildung sowie in der Politische Meinung und bei Info Radio geäußert habe, so prominent zitiert zu werden.
Kommentar in der "Jungen Welt" vom früheren Konkret-Redakteur Otto Köhler :
Der Alt-Linke aus den Meinhof-Röhl-Konkret-Zeiten macht ein bißchen - verklausoliert - seinen Frieden mit den RAF-Opfern und deren Angehörigen, die erstmalig von der Bundesregierung gewürdigt werden. Allerdings: die 68er seien die wahren Opfer, die auf der RAF-Opfer-Gedenkveranstaltung keine angemessene Bewertung erfahren hätten.
Verfasst am Oktober 24, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack (0)
Die RAF und die Bundesrepublik lesen Sie jetzt auf Der Mainstream
Der Artikel erscheint heute in der Bundeszentrale für politische Bildung
Verfasst am Oktober 01, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
meinen aktuellen Beitrag über die Chimäre "Deutscher Herbst" lesen Sie auf Der Mainstream und bei Welt Debatte..
Die kürzere Fassung meines Textes in der Welt am Sonntag
und:
Verfasst am September 08, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
So macht Kommunismus Spaß! rezensiert in der FAZ
"Wie sich das DDR-Engagement gelohnt hat und auf welche Weise Ulrike Meinhof in den sechziger Jahren zur Transmission der SED-Einflusspolitik in der Bundesrepublik beitrug, hat Bettina Röhl, gestützt auf zahlreiche Briefe, Akten und Zeitzeugenaussagen, in eine nahezu lückenlose historische Erzählung gegossen."
"Die Zeit des Terrorismus kommt in Bettina Röhls Werk nur auf den letzten Seiten des Epilogs vor. Ob die Autorin ihrer Erzählung einen zweiten Band zum Untergang der Illusion in Gewalt und Terror folgen lässt? Das vorliegende Buch, das zum Teil auch eine Autobiographie ihrer Kindertage ist, hat einen immensen Aufwand an Recherchen, Energie und Herzblut verschlungen."
Verfasst am August 08, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
In der Berliner Gazette schrieb Bettina Röhl das "Protokoll":
Nach ihrer Lesung im Oberlandesgericht in Schleswig ( in Schleswig Holstein) schrieben die Schleswiger Nachrichten: "Bettina Röhl liefert stille Unterhaltung"
oberlandesgericht_schleswig_artikel_ber_smks.pdf herunterladen
Lesung in Münster: Interview mit Bettina Röhl über ihr Buch, ihren Besuch in Münster und die RAF-Debatte:
bettina_rhl_ber_ihr_buch_und_ihre_lesung_in_mnster_april_2007.pdf herunterladen
Bettina Röhl in der russischen Zeitschrift Expert über die RAF-Debatte und anderes:
Bettina Röhl in der Hong Kong Times über die RAF-Debatte und ihr Buch:
hong_konk_times_april_2007.htm herunterladen
Bettina Röhl im Time Magazin über "Red Ghosts":
Bettina Röhl liest aus ihrem Buch "So macht Kommunismus Spaß" in Wien über ihre erste Begegnung mit Rudi Dutschke: bei youtube
( Dazu Hier Rudi Dutschke auf einer Podiumsdiskussion im Audimax in Hamburg im Gespräch mit Spiegel-Chefredakteur Augstein und Prof. Dahrendorf 1968 ebenfalls bei youtube )
Bettina Röhl bei N24 über die RAF-Debatte am 12. Februar 2007
Bettina Röhl über Widerstand Heute im Blond Magazin
Verfasst am Juni 09, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Der Sender Phoenix nahm eine von dem Generalsekretär der FDP, Dirk Niebel, geleitete Veranstaltung des FDP-Zukunftsforums 2020, eine öffentliche Diskussion zum Thema "Political Correctness", auf, die im 2.Mai 2007 nach 14.45 gesendet wird:
Berlin:
"Moral auf Befehl? Der Bürger im Faden- kreuz der Political Correctness", Veranstaltung des FDP-Zukunftforums 2020, u. a. mit Ayyub Axel Köhler (Zentralrat der Muslime in Deutschland), Cornelia Schmalz-Jacobsen (ehem. FDP-Generalsekretärin) und Bettina Röhl (Publizistin)
Moderation: Dirk Niebel
Verfasst am April 28, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (28) | TrackBack (0)
Besuch zu einer Podiumsdiskussion über mein Buch und mein Leben in der Wiener Kunsthalle, März 2007
Der Standart schreibt über diesen Besuch:
( Fotos von Sascha Osaka)
Auf Anregung von Feldmann
"Nach Wien ist Röhl auf Anregung des - von ihr so heftig kritisierten - Künstlers Feldmann gekommen. Am Dienstagabend hat die 1962 geborene Journalistin in einem Gespräch mit Peter Huemer vor mehreren hundert Zuhörern die Geschichte ihrer Familie, der Zeitschrift Konkret, des Hamburger Medien-Establishments und der BRD-Linken überhaupt geschildert. Zu diesen Themen hat Röhl 2006 einen fast 700 Seiten starken Schmöker, "So macht Kommunismus Spaß", publiziert, der von der Kritik als ein imposantes Gesellschaftsporträt der frühen BRD gelobt wurde."
Interview mit der österreichischen Internetzeitschrift ChiLLi:
| „Emanzipation von den 68er Säcken“ |
Mein früherer einziger Bezug zu Wien: Die Zeitschrift TEMPO, von Wienern in Hamburg gemacht, bei ich von 1986 bis 1990 als Volontärin und Redakteurin gerarbeitet habe. Über meine erste Begegnung mit Wiener Journalisten, schrieb ich vor zwei Jahren einen Bericht in Dummy hier auf der Mainstream
Verfasst am März 25, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Ankündigung:
So macht Kommunismus Spaß! Ulrike Meinhof und die Akte Konkret
Am 12. Februar 2007 wird bei Sat1 um 22.45 Uhr mein 25.minütiger Dokumentar-Film über mein Buch "So macht Kommunismus Spass Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret" gezeigt.Pressemeldung von Spiegel TV So macht Kommunismus Spaß! Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret Sie war das Zentralorgan der Anti-Atombewegung der 50er und der außerparlamentarischen Opposition der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland: Die Zeitschrift KONKRET. 1955 von Klaus Rainer Röhl gegründet als „Studentenkurier" und über Jahre finanziert von den Kommunisten in Ostberlin, die damit ihre Politikvorstellungen effektiv im Westen zu propagieren versuchten. Die „Akte Konkret" - von der Autorin Bettina Röhl im Berliner Bundesarchiv entdeckt - belegt, wie gezielt die SED Einfluss zu nehmen versuchte auf die öffentliche Meinung der Bundesrepublik und die politische Ausrichtung des Blattes. Doch der Film von Bettina Röhl zeigt auch, wie ihre Eltern für ein paar Jahre zu einer Art Traumpaar wurden, sowohl für die politische Linke als auch für die hanseatische Gesellschaft, der sie sich trotz aller radikaler Attitüde noch zugehörig fühlten, - mit einer Villa in Hamburg- Blankenese und obligatorischen Sylt-Urlauben. Getreu dem Motto: „Genießen wir den Kapitalismus, der Sozialismus wird hart". Wie in ihrem gleichnamigen, 2006 erschienenen Buch erzählt Bettina Röhl die Geschichte des Blattes und seiner Hauptprotagonisten auch aus einer persönlichen Perspektive: Erstmals öffnete sie für diese SPIEGEL TV Reportage das private Filmarchiv der Familie und dokumentiert - in einem ausführlichen Interview mit ihrem Vater und Gesprächen mit dem KPD-Funktionär Manfred Kapluck, dem Schriftseller und früheren APO-Führer Bahman Nirumand und anderen Zeitzeugen - den gemeinsamen Werdegang von Röhl und Meinhof bis hin zu deren Scheitern , beruflich, privat und politisch. Mit ihrer Trennung endete eine Symbiose, die das Paar einst hatte glänzen lassen. Ulrike Meinhof tauchte 1970 ab in den terroristischen Untergrund und beging sechs Jahre später Selbstmord im Gefängnis von Stammheim. Klaus Rainer Röhl distanzierte sich zunehmend von der politischen Linken und bekämpfte nun die Geister, die er früher publizistisch so erfolgreich rief.
Verfasst am Februar 05, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
In Nova TV in Holland wurde am 29. Januar 2007 ein Interview mit mir zu der aktuellen Begnadigungsdebatte Christian Klar/ RAF ausgestrahlt. Hier finden Sie das Video. GRATIE VOOR RAF-TERRORISTEN?
Verfasst am Februar 04, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
über den Doppelband "Die RAF und der linke Terrorismus" herausgegeben von Kraushaar aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung.
"....Zu viele Historisierungsversuche versanden in Bedeutungslosigkeit und sind nichts anderes als ein Eigenspin in einer nimmer endenden Beschäftigungstherapie. Immer noch ein Einerseits und ein Andererseits und immer fehlt der erlösende Ausweg des Keinerseits, immer noch eine Pirouette, daß man Wissenschaftler und Forscher sei und wie Wissenschaft und Forschung methodisch funktionierten. Das Tragische ist, daß die interessanten Schnipsel, die es bei der Masse natürlich unvermeidlicher Weise gibt, untergehen...."
Lesen Sie weiter auf Der Mainstream
Verfasst am Februar 04, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Hier finden Sie Ausschnitte aus der Sendung bei Sabine Christiansen
| Gnade für Gnadenlose - zweite Chance für Mörder? | ||
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Mehr über die Sendung finden Sie hier:
Kommentare zu Bettina Röhl ( und den anderen Diskussionsteilnehmern) bei Christiansen finden Sie hier auf dem Christiansen-Blog ( Achtung, ziemlich fanatische Beiträge zu meiner Person, aber auch gute Beiträge dabei)
Die Süddeutsche ärgert sich über Christiansen
Die FAZ fand die Sendung super
Die Welt kommentiert für die Opfer
Spiegel online sieht die Sache ziemlich realistisch. Reinhard Mohr:
(...) Wer damals etwa im Hörsaal VI der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität auf dem Podium neben diesem oder jenem jungen RAF-Anwalt saß, brauchte schon ziemlich viel Mut, um dezent darauf hinzuweisen, dass auch Chauffeure und Personenschützer von Arbeitgeberpräsidenten ein gewisses Recht auf Leben hätten. (...)Von all diesen Maulhelden des bewaffneten Kampfes hört man so gut wie nichts mehr. Die großen Ankläger von einst sind sehr still geworden, nicht viel anders als ihre Väter, denen sie das faschistoide Schweigen beim Sonntagsbraten vor die Füße warfen und auf die Teller spuckten..(...)
die taz regt sich auf: köstlich, aber unsachlich: .(...)..Der Rechtsstaat wurde an diesem Abend k. o. geschlagen, symbolisiert durch dessen völlig in den Seilen hängenden Anwalt, den früheren Innenminister Gerhard Baum:.... (...)
Lesen Sie auch das Interview, das Spiegel online mit mir zu dem Thema Freilassung von Mohnhaupt/Klar am 24.Januar 2007 gemacht hat:
Und mein Interview, das ich ddp am selben Tag gegeben habe: Klar erfüllt die Voraussetzungen für Gnade nicht! Hier habe ich darauf hingewiesen, daß es keine Medienkampagnen-Gnade geben sollte.
Hierzu habe ich auch der BZ am 31.1.2007 ein Interview gegeben und habe dort gesagt: (...) Der Fall Christian Klar liegt anders. Der will vor Ablauf seiner Mindestverbüßungszeit begnadigt werden. Das funktioniert ohne wirkliche und glaubhafte Reue und ohne endgültige Aufklärung der Taten nach meinem Dafürhalten nicht. Vielleicht kommt Klar ja noch dazu.(...)
Verfasst am Februar 01, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am Februar 01, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Die mögliche Freilassung der RAF-Anführer Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar hat eine heftige Debatte über Gnade und Reue ausgelöst. Die Publizistin Bettina Röhl, deren Mutter die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof war, erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, warum sie von Klar aktive Reue erwartet. mehr
Zum gleichen Thema habe ich auch der Presseagentur ddp ein Interview gegeben, das hier wieder gegeben wird:
Verfasst am Januar 25, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (36) | TrackBack (0)
Verfasst am Januar 24, 2007 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Tauziehen um Rudi-Dutschke-Straße hält an:
Verlogen bleibt der Gedanke, man wolle Dutschke und den Springerkonzern miteinander versöhnen:
Im August 2005 erschien "Rudi Dutschke zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten" zur Rudi-Dutschke-Straße in Cicero:
"Der lancierte Gedanke, man wolle Dutschke und den konsequent schweigenden Springer-Konzern versöhnen, gar die Geschichte versöhnen, verfügt dagegen kaum über Glaubwürdigkeit (...) Auch bei der jetzt vollzogenen Umbenennung der Kochstraße wird man das Gefühl nicht los, dass Springer hier pädagogisiert und endgültig in die Rolle des früheren Bösewichtes hinein versöhnt werden soll. Tatsächlich sieht es so aus, als wenn die alte Rechthaberei der 68er endlich einen Straßennamen kriegen soll, um endgültig zu sanktionieren, dass Dutschke eben doch von Springer und wegen der Springerhetze ermordet worden sei, was nicht sehr versöhnlich wäre, sondern eher wie ein Akt der Rache aussehen könnte (...)Ein Versagen Springers oder sonst eines anderen gegen Dutschke kann unabhängig davon, ob es realiter vorgelegen hat oder nicht, keine besonders ruhmreiche Begründung für eine Dutschke-Straße sein. Da hätte schon unabhängig von alter Revolutionsromantik und alten Ängsten entschieden werden müssen, ob Dutschke selber aus sich heraus es wert gewesen ist, einen Straßennamen dieser Prominenz zu bekommen. In Berlin-Dahlem gibt es ja schon den Rudi-Dutschke-Weg. (...) Wenn jetzt also etwas schwülstig von historischer Versöhnung geredet wird, ist der Eindruck kaum von der Hand zu weisen, dass es um die Versöhnung einer ganzen Generation mit der eigenen Vergangenheit und ihrer eigenen alarmistischen und oft genug gewaltbesetzten Ideologie geht, auch wenn einige Initiatoren der Namensänderung jüngeren Datums sind. Selbstversöhnung sei natürlich jedem gegönnt. Die Diskussion über Dutschke kann indes mit der Erfindung der Rudi-Dutschke-Straße seriöserweise kaum als abgeschlossen angesehen werden."
Lesen Sie den ganzen Artikel auch hier auf Der Mainstream
Lesen Sie hier auch meine persönlichen Erinnerungen an Rudi Dutschke "Wer war Rudi Dutschke" ( erschienen auch bei Cicero) auf Der Mainstream
Verfasst am Januar 21, 2007 in Rudi Dutschke | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Jetzt soll wieder TEMPO gemacht werden!
Anfang Dezember erscheint zwanzig Jahre nach Gründung der Zeitschrift TEMPO und zehn Jahre nach ihrem Eingehen eine einmalige Ausgabe von TEMPO. Hier lesen Sie meinen Bericht zu der 1985/ 1986 gegründeten Zeitgeistzeitschrift, den ich 2004 im Juni in der Zeitschrift "Dummy" veröffentlicht habe. Damals erschien auch mein Interview mit Markus Peichl und ein Rundruf bei vielen, heute bekannten, TEMPO-Redakteuren - das alles finden Sie hier auf Der Mainstream
Verfasst am November 29, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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Bettina Röhl im November 2006 an der Elbe in Hamburg, fotografiert von Gianni Occhipinti
"So macht Kommunismus Spass" ist seit März 2006 auf dem Markt und seither umfangreich besprochen und rezensiert worden, überwiegend positiv oder gar überschwänglich wie etwa in der FAS von Nils Minkmar, in der Welt von Reinhard Mohr und bei Spiegel online von Henryk M. Broder. Einen Beitrag in der Deutschen Welle mit einem Interview mit Bettina Röhl sehen Sie hier Eine Auswahl weiterer Buchbesprechungen aus den letzten Monaten zu "So macht Kommunismus Spass": Aftonbladet in Schweden schrieb im Sommer eine überschwängliche Kritik: Publicerad: 2006-07-24 |
Lennart Bromander läser den hittills bästa boken om Ulrike Meinhof - skriven av hennes dotter
27.Oktober 2006 ORF.at Radiointerview über "So macht Kommunismus Spass" und den Streit mit Elfriede Jelineks Theaterstück "Ulrike Maria Stuart" im Thaliatheater, der inzwischen jedoch beigelegt ist, da das Thaliatheater sämtliche Passagen, die meine Person betrafen, zu meiner Erleichterung ersatzlos gestrichen hat. Das übrigens sehenswerte Stück hatte seine Premiere am 28.Oktober und ich hatte meine Ruhe und meinen Spass auf der Premiere.
13.November 2006, NDR Kultur Klassik ala carte, Interview mit Bettina Röhl ( wird nachgetragen, zur Zeit noch nicht verfügbar)
Kritik des Sozietätstheaters Dresden, wo ich am Sonntag den 20. November aus meinem Buch gelesen habe
Vorwärts "Wider die Nostalgie"
"Bettina Röhls Buch ist eine deutsche Polit-Familienchronik, dicht und verschachtelt und dabei dennoch überaus spannend. Der Weg der Protagonisten wird während der Ausführungen von vielen bekannte Namen gekreuzt, wie etwa vom späteren Bundesinnenminister Otto Schily, dem von der Autorin und ihrer Zwillingsschwester liebevoll Onkel genannten Spiegel-Redakteur Stefan Aust oder dem RAF-Mitbegründer Horst Mahler, der seit Anfang der 80er sein Unwesen im rechtsextremen Lager treibt."
Magdeburger Volksstimme: "Der Titel " So macht Kommunismus Spaß !" macht neugierig. Der Untertitel " Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret " führt gemessen am Gehalt der Recherche leicht zu einem Zuwenig an Erwartung. Keinesfalls geht es nur um die Genannten sowie die erstmalige Auswertung einschlägiger Akten des früheren Zentralen Staatsarchivs der DDR und um die Zeitschrift " Konkret ". Es handelt sich um eine zeitgeschichtliche Durchleuchtung, bei der Meinhof und Röhl nur die prominentesten der Akteure sind."
31.8.2006 Buchkritik im Südwestrundfunk: "Es ist ein gewaltiger Wälzer, 680 Seiten stark, mit einem erfreulich schmalen Anmerkungsapparat versehen. Trotz einiger Ungerechtigkeiten, trotz etwas Polemik, die dann und wann über das Ziel hinausschießt: Bettina Röhl hat ein herausragendes Geschichts- und Geschichtenbuch vorgelegt. Am dichtesten wirken ihre Reportagen von Begegnungen mit Zeitzeugen. Das ist lebenspralle, anschauliche und flüssig geschriebene Geschichtsschreibung. "
Sehr lesenswerte Buchkritik von Jean Paul Picaper
"Spass muss nicht immer lustig sein" in
"Die politische Meinung" Ausgabe 10/2006
Verfasst am November 25, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
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Verfasst am August 24, 2006 in Danzig | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (1)
Bettina Röhls Artikel über Günter Grass in der Welt am Sonntag vom 20.August 2006
finden Sie hier auf Der Mainstram.
Verfasst am August 19, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Politically incorrekt: "Bettinas Röhls Buch ist ein Stimmungs- und Gesellschaftsbild der BRD der 50er und 60er Jahre. Allerdings ein Bild der „Gesellschaftskreise“, die damals etwas zu sagen hatten oder etwas zu sagen haben wollten. Durch dieses Buch bekommt jeder, damals völlig unpolitisch war und nicht wußte, was eigentlich ablief oder aber noch zu jung war, um es zu wissen, äußerst kurzweilige Nachhilfestunden in deutscher jüngerer Geschichte und ihrer weltweiten Verwicklungen. "
2.August 2006 Magdeburger Volksstimme: "(...)Hier nun wird packend erzählt und minutiös belegt, wie Meinhof und Röhl zwischen West und Ost pendelten, Geld aus Berlin Ost holten und über Instruktionen zur Verdeckung diskutierten. Das Buch dokumentiert, wie weit der Arm der DDR in die Innenpolitik der Bundesrepublik reichte.(...)Auch der damals sehr einflussreiche Rowohlt-Verlag und andere Publikationshäuser waren Teil eines Netzes. (...)Der Blick auf die politische und charakterliche Qualität der Akteure – das gilt auch für die überforderte Generation der Verantwortungsträger im Westen – ist zum Teil niederschmetternd. Der Spott " Links reden und rechts leben " gewinnt Gestalt (...)
Es ist beachtenwert, welche rationale Distanz Bettina Röhl behält, auch und gerade, wenn es um die eigenen Eltern geht. Heraus ragt die Textanalyse einiger Meinhof-Kolumnen, die bis heute oft pauschal als moralisch-journalistische Meisterstücke gepriesen werden, sich beim kritischen Hinsehen aber als demagogische Blindschläge erweisen. (...)"
Konkret Mai 2006 und Mut Juli 2006
Mut, Juli 2006 Der Schriftsteller, langjährige DKP-Mann und Renegat Peter Schütt ergeht sich in einem Lamento gegenüber Bettina Röhl, daß diese ihre Mutter und die KPD in ihrem Buch "So macht Kommunismus Spass" idealisiert und eben die Geschichte nur erzählt, aber nicht angeprangert udn angeklagt habe. ( Leider kein Link ins Netz)
Konkret, Mai 2006 Konkret über "So macht Kommunismus Spass" ( hier derselbe Artikel nachgedruckt in der nrhz) : Wie sich rechtsaußen ( Peter Schütt in Mut) und linksaußen (Peter O. Chotjewitz in Konkret) doch gleichen, wenn man denn im seriösen politischen Sinn überhaupt von rechts und links im Angesichte der Rezensenten Peter O. Chotjewitz und Peter Schütt sprechen will, beide Ex-KPDler, beide finanziert, beide über ihre eigene Vita beredt schweigend, beide von ihrer Vergangenheit traumatisiert, beide hasszerfressen, beide verblendet und partiell intelligent. Zwei Extreme, die mit der Beurteilung durch eine nachgeborene Autorin nicht klarkommen, und blind gegenüber Tatsachen sind. Zwei, die mit dem Kommunismus bis heute nicht fertig geworden sind und zwei, die in ihrer alten Hybris befangen sind. Der eine (Chotjewitz ) wittert in dem Buch Kommunistenhass, der andere ( Schütt) Kommunistenverherrlichung. Der eine ( Chotjewitz) wittert eine eiskalte Sicht auf Ulrike Meinhof, der andere ( Schütt) eine Überhöhung Ulrike Meinhofs. Beide monieren unisono, das Buch sei in den etablierten Medien zu positiv aufgenommen worden. Der eine begründet die positive Aufnahme von "So macht Kommunismus Spass" damit, daß die etablierten Mainstream- Medien wie Spiegel, stern, FAS, Die Welt und andere zu links seien, der andere behauptet, daß die etablierten Medien zu rechts seien. Beide regen sich darüber auf, dass das Buch Anfang 1968 endet und von einem Epilog abgesehen sich gerade nicht mit der Zeit der RAF und Ulrike Meinhofs Terrorismus beschäftigt, obwohl evident ist, daß irgendwann auch die Jahre ab 68 in einem eigenen Buch beschrieben werden. Im Doppelpack entlarven die beiden Ex-DKP-Scheiber einander. Beide Autoren hätten auf ihre Art sicher eine Menge zur Geschichtsaufarbeitung beizutragen, beide haben interessante persönliche Geschichten, die sie allerdings nur subjektiv bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wahrnehmen können. Beide neigen dazu Vorträge zu halten, in denen trotz mancher zutreffender Fakten in Summe ein komplett verrücktes Bild gezeichnet wird. Beide sind ins Sektierertum abgeglitten, das ihnen inzwischen offenbar zur zweiten Persönlichkeit wurde. Beide scheitern offenbar auch daran, daß sie über lange Zeit subventioniert worden sind. Insofern liegt hier eine interessante Selbstdarstellung von Rechten und Linken vor, die nur noch ihre Wunden lecken, weil sie den Kontakt zu den jüngeren Generationen verloren haben und denen es offenbar schon lange nicht mehr um Politik geht.
Emma Juli/August 2006
Alice Schwarzer bespricht das Buch "So macht Kommunismus Spass! in der Juli/August-Nummer in Emma. Sie zeigt sich begeistert, neugierig und interessiert an dem Stoff des Buches, arbeitet sich aber etwas überengagiert an der Autorin Bettina Röhl und auch an Ulrike Meinhof und an ihrem Spezialfreundfeind Klaus Rainer Röhl ab. Vielleicht ihre Antwort auf die Feminismus-Triologie der Autorin in Cicero?:
Die Sex-Mythen des Feminismus!
Der Sündenfall der Alice Schwarzer?
Die Gender Mainstreaming-Strategie
Hier zu Alices Text über mein Buch: Alice Schwarzer über Ulrike Meinhof : Das Ende eines Mythos:
E-Politik, Juli 2006
Verfasst am Juli 29, 2006 | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
29. Juni Berliner Literaturkritik Beeindruckende Kritik von Jenny Schon "Kein Mutterschutz"
Die Autorin schreibt: (...)Bettina Röhl trägt Fakten zusammen, und ich gestehe: wäre mir das damals beim gemeinsamen Abendessen erzählt worden, ich hätte kotzen müssen.Kotzen, weil die Leute, die wir so verehrten, die Leute, die anders schienen als die Wohlstandsbürger der Bundesrepublik, nicht so gesättigt, sondern alternativ und progressiv, kurzum Genossen zu sein vorgaben, sich vom Osten bezahlen ließen und auf Sylt in der High Society suhlten und durchhurten.(...)
Auch die Akzeptanz der asiatischen Diktatur unter uns Linken wird momentan kritisch beleuchtet. Die DDR ist untergegangen, aber China blüht oder in anderen Worten, wie wir damals sangen: „Der Osten rot.“ Und die Weltpolitik übt sich im Klinkenputzen in Peking, wenn es dem Staatssäckel bekommt. Diese Aufarbeitung wird viel aufwendiger, denn dass auch die kommunistische Volksrepublik untergehen wird, ist nicht absehbar. Ich möchte schreien, wenn ich könnte, über die Fehler, die wir 68er oft aus gutem Willen, Unkenntnis oder Dummheit gemacht haben. Aber der Schwall der Stimmen und Raketen draußen über das jüngste WM-Tor Deutschlands ist lauter. Naja, ich hab ja auch genug geschrieen im Leben!
6.Juni 2006 Das Parlament
Interview mit Bettina Röhl: "So lebten die Fettaugen"
Das Parlament: Ihr Buch ist die Geschichte Ihrer Familie und der Zeitschrift "Konkret" sowie politische Analyse. Aus welcher Intention ist es entstanden?
Bettina Röhl: Ich habe eine deutsch-deutsche Geschichte geschrieben, die in den 50er- und 60er-Jahren spielt und exemplarisch am Beispiel der Familie Meinhof/Röhl eine Geschichte der Linken in der frühen Bundesrepublik zeichnet. Meine Vorbilder schon seit meiner Jugendzeit sind Thomas Mann, Fjodor Dostojewski, Leo Tolstoi, die großen Romane, die auf ihre besondere Weise die gesellschaftliche und politische Wirklichkeit einer Zeit eingefangen haben, literarisch, politisch, historisch. Meine Familiengeschichte bietet einen solchen Stoff. Ich bin hier die Chronistin. Mein Interesse galt der Zeit vor 1968, die mir weitgehend verdeckt scheint.
Das Parlament: Sie haben 1998 neue Akten im Bundesarchiv und in der Gauckbehörde gefunden, mit denen Sie die Zusammenarbeit ihrer Eltern, Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl, mit Ostberlin detailliert belegen können. Ihr Vater Klaus Rainer Röhl hatte eine Finanzierung von "Konkret" schon 1974 eingeräumt. Was ist das Neue an Ihrem Buch? Lesen Sie weiter hier
29.Mai 2006 Netzeitung: "Klaus, Ulrike und die KPD"
......Röhl blickt distanziert, aber auch mit Humor auf ihre Eltern und in die Akten, die die Partei über ihr Zeitschriftenprojekt mit dem Codenamen «Käthe» führte. Sie versucht dankenswerter Weise meist erst gar nicht, die Akteure psychologisch zu interpretieren, auch wenn sie einen scharfen Blick auf deren Handeln wirft. Das gelingt interessanterweise, obwohl sich Röhl offensiv dafür entschieden hat, die Geschichte auch aus der naiven Perspektive der Tochter Ulrike Meinhofs zu schreiben.
....
24.Mai 2006 Das Hamburger Abendblatt berichtet über meine Lesung in den Hamburger Kammerspielen und über meine Jugend in Blankenese !
23. Mai 2006 Nach der Buchvorstellung in den Hamburger Kammerspielen am 22. Mai 2006 schreibt Henryk M. Broder:
ZEITGESCHICHTE
Kommunismus mit Rebhühnern und Wachteln
Von Henryk M. Broder
"Wer wissen will, wie die fortschrittliche Linke der Bundesrepublik in den fünfziger und sechziger Jahren funktionierte, womit sie sich beschäftigte, wie sie die Liebe zum Proletariat mit der Begeisterung für Maßanzüge verband, wie sie ferngesteuert wurde und sich willig fernsteuern ließ, wie sie Wasserdampf produzierte, mit dem sie die Turbinen der Revolution antreiben wollte, der kommt um dieses Buch nicht herum.
Bettina Röhl lässt die Dokumente sprechen, die sie mit ironischem Gestus kommentiert. Ihr Buch liest sich wie ein Hörspiel mit vielen Originaltönen. Einige Szenen sind so komisch, dass man bedauert, nicht dabei gewesen zu sein. Zum Beispiel als die Röhls im Oktober 1967 ihr neues Haus in Blankenese bezogen und eine große Party gaben, zu der sie ganz Hamburg eingeladen hatten."
Buchbesprechungen ab Mai 2006
Buch der Woche: Rezension in Die WELT
Download asv_dwbevp1_06_05_2006_3_welt_artikel_6.5.06.pdf
Besprechung zu "So macht Kommunismus Spass!" in der literarischen Welt von Reinhard Mohr:
Wer überhaupt Interesse an jüngster deutscher Zeitgeschichte hat, wird dieses Buch wie einen großen Familiengesellschaftsroman lesen, in dessen Zentrum nicht nur das Ehepaar Röhl/Meinhof und die abenteuerliche "Konkret"-Story stehen, sondern auch die linksintellektuelle Szene der jungen Bundesrepublik und stalinistische FDJler, die "Atomtod"-Bewegung und Mao Tse-tung, Kuba und die Toskana, Fidel Castro und Heinrich Lübke, der Ungarn-Aufstand und Mallorca, Sex und Revolution. Eine Achterbahnfahrt durch die fünfziger und sechziger Jahre (...)Manche Passagen, Anekdoten und Zitate erinnern an die szenische Überfülle von Federico Fellinis Filmtravestie "Amarcord"...."Und tatsächlich, wer die geschickt eingestreuten Originaldokumente liest, wird sich immer wieder ins Ohrläppchen kneifen: diese Chuzpe, diese ideologische Blindheit! Aber auch: was für ein Leben!"
Buch der Woche von Elmar Krekeler:
Bettina Röhl.... erzählt hier ihre Familiengeschichte, und liefert auf der Basis neuester Aktenfunde ein Sitten-, Politik- und Gesellschaftspanorama der frühen Bundesrepublik. Sie mikroskopiert die von der DDR munter mitfinanzierte Linke der fünfziger und sechziger Jahre, das heißt: Sie zeigt sie in einer sehr privaten und teilweise überraschend humorvoll gezeichneten Nahaufnahme.
Mariam Lau in ihrem Artikel "Freud und die 68er":
...."Umso beeindruckender ist es, daß eine ihrer Töchter, die Journalistin Bettina Röhl, sich ihr nach langem und zähem Ringen in so fairer und einfühlsamer Weise nähern konnte wie in ihrem neuen Buch."...
28.April 2006
Eine sachliche, ausführliche und viele Teile des Buches ansprechende Rezension im Freitag:
"...wer sich für die Geschichte der politischen und publizistischen Linken in der alten Bundesrepublik interessiert, kommt an So macht Kommunismus Spaß! nicht vorbei."
Gerade solche Paradoxien und merkwürdigen Gemengelagen im Nachkriegsdeutschland, die komplexen Verhältnisse zwischen einzelnen Akteuren und kollektiven Stimmungen sind der eigentliche Inhalt dieses Buchs. Desweiteren kann es als Abrechnung mit dem Stalinismus gelesen werden, der sich für den aufmerksamen Leser immer wieder als zentrales Problem darstellt.
Röhl gelingt es, ihr Material so zu sortieren und zu präsentieren, dass es für sich selber sprechen kann. Zum Beispiel die geheimen Lagebesprechungen von Manfred Kapluck und Richard Kumpf, Abteilungsleiter für Jugend und Kultur der seit 1956 in der Bundesrepublik illegalen KPD, mit Röhl, Meinhof und anderen Redakteuren der «Konkret» in Ost-Berlin: Sie sind gerade deswegen so spannend nachzuvollziehen, weil sie zeigen, wie die politischen Strategien und taktischen Maßnahmen der handelnden Akteure aussehen und worüber im Detail gestritten wird.....
Viel neues Material liefert uns die Autorin über die Geschichte der Bundesrepublik der fünfziger Jahre z. B. aus dem Umfeld der Anti-Atomwaffen-Bewegung und die allmähliche kommunistische Unterwanderung und Ostfinanzierung, die ihr immer wieder vorgeworfen wurde. Im „argument“ Heft 7 vom 15. Juli 1958 weist Ulrike Meinhof die Vorwürfe zurück: „Die privaten Spenden, die wir bekamen, waren mit keiner Auflage für unsere Arbeitsweise verbunden.“ (S. 205)
Klaus Rainer Röhl hatte mittlerweile die Zeitschrift „Konkret“ gegründet, war erklärter Kommunist und hatte auch finanzielle Unterstützung von Ostberlin erhalten. Mit seinen Redakteuren reiste er herum von Universität zu Universität und wurde besonders bei den „Atommädchen“ fündig. Es gelang ihnen, nicht nur politisch Fuß zu fassen, sondern auch, da besonders viele Studentinnen, eben auch Ulrike Meinhof, in den Anti-Atom-Ausschüssen saßen, auf amourösen Gebiet auf ihre Kosten zu kommen, also schon zehn Jahre früher als zu meiner 68er-Zeit, wo es Kommunarden und Konsorten leicht hatten, uns blöde Weiber unter dem Deckmantel der politischen Notwendigkeit zu unbezahlten Nutten zu degradieren, und wir mitspielten: „Wer zweimal mit der gleichen pennt, gehört schon zum Establishment.“ (...)
Verfasst am Mai 06, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
27.4.06 Lesen Sie in der aktuellen Jüdische Allgemeine das Interview
mit Bettina Röhl über ein Kapitel aus dem Buch "So macht Kommunismus Spass"
"Von der Verantwortung verabschiedet" Bettina Röhl über Ulrike Meinhof, die deutsche Linke und den Antisemitismus (Interview: Michael Wuliger) | ||
Lesen Sie dazu auch meinen Cicero-Artikel aus dem Februarheft 2006 über den Spielbergfilm "München" und Ulrike Meinhof "Und Ulrike Meinhof jubelte..."
Verfasst am April 26, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
"Das Buch ist ein ultrasupres Dokument über die Zeit der westdeutschen Ekstasen im Namen der Weltrevolution.." taz
Lyngi ( Peter Rühmkorf) und ich bei der Vorbereitung des Rühmkorf-Prologs für mein Buch im Dezember 2005
Verfasst am März 31, 2006 in Peter Rühmkorf-Prolog | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
http://www.buchmarkt.de/index.php?mod=news&page=20943
EVA: Röhl-Buch schon nach einer Woche abverkauft
Nach einem "enormen Medieninteresse" allein in den letzten 14 Tagen (vier Seiten im SPIEGEL, 10 Seiten im STERN, FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG, ARD KULTURREPORT, DEUTSCHLANDFUNK ...u.v.an.) hat die EVA Europäische Verlagsanstalt die erste Auflage des Titels: "So macht Kommunismus Spaß!" (s. Abb.) von Bettina Röhl innerhalb der ersten Woche nach Erscheinen komplett abverkauft, wie EVA-Vertriebsmann Henning Horl meldet.
So macht wohl auch Verlegen Spaß. Und Horl tröstet: "Die 2. Auflage wird am 04.04.06 den Handel erreichen – wir bitten kurzfristige Lieferengpässe zu entschuldigen.“
Verfasst am März 30, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Das Buch "So macht Kommunismus Spass Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret", Europäischen Verlagsanstalt, ISBN 3-434-50 600-4, 29,80, ist seit dem 20.März 2006 im Handel.
Pressestimmen und Medien:
Erste redaktionelle Ankündigung des Buches in Cicero und im Berliner Stadtmagazin tip
Die erste Vorstellung und ein Vorabdruck des Buches erfolgte am 13. März 2006 im Spiegel:
Das Hamburger Abendblatt berichtete zwei Mal: hier und hier.
Vorstellung des Buches im stern am 16.März 2006
Vorstellung des Buches bei Bookmark, Helmut Markwort im Gespräch mit Bettina Röhl
Rezension in der FAS am 19.März 2006:
".....Doch dieses Buch schafft etwas Neues: Es bringt bislang unbekannte Dokumente und Zeugenaussagen, webt sie in eine stilsicher komponierte Erzählung und versöhnt die extrem widerspenstigen Fakten und Figuren mit einem großzügigen, intelligenten Humor.
Es ist überdies ein Buch, von dem man a priori annehmen würde, daß es nie geschrieben werden könnte: Wie soll eine Tochter über das geschichtliche Umfeld ihrer Eltern recherchieren, wie könnte sie das Auseinanderbrechen der Ehe schildern und schließlich die Trennung von und den Tod ihrer Mutter? Und auch noch so, daß man keine der fast 700 Seiten überflüssig findet. Ich hätte nicht darauf gewettet. "So macht Kommunismus Spaß!" sind mehrere Bücher in einem, ein großer bundesdeutscher Familienroman, der aus einer Handvoll atemberaubender Nebenhandlungen zusammengefügt ist.(...)
Das ideologische Pendeln zwischen Ost und West bildet den wesentlichen ideengeschichtlichen Kern des Buches. Bettina Röhl läßt ihren Eltern nichts durchgehen: Die permanenten Angriffe auf die Bundesrepublik, die illegale Konspiration mit den ostdeutschen Kommunisten, die naive und überhebliche Parteinahme für Mao und jede Menge anderer Gewalttäter in der Dritten Welt - immer hält sie präzise dagegen und erinnert daran, in welchem Teil der Welt Menschen und Bürgerrechte garantiert waren und wo sie mit Füßen getreten wurden. Das ist weniger eine Revanche an den besserwissenden Eltern als der kühle Blick der Zeithistorikerin, denn es gelingt der Autorin auf erstaunlich souveräne Weise, das Thema zu objektivieren, wo es angebracht ist.(...)
Der Blick auf die Eltern bildet den intellektuell und literarisch interessantesten Teil des Buches. Es ist eine unglaubliche deutsche Geschichte (...)
Charts des Monats März, in der taz
Radio-Interviews in diesen Tagen:
17.März 2006 Thomas Koschwitz im Gespräch mit Bettina Röhl bei "Koschwitz am Wochenende" in Auf Radio Brocken, Harmony.FM, Hitradio Antenne Niedersachsen und Hitradio RTL Sachsen.
Radio Mephisto Leipzig - Gespräch und Buchrezension, am 17.März 2006 und eine Woche später.
NDR Kultur, Gespräch mit Bettina Röhl über ihr Buch am 21.März 2006 um 19 Uhr
HR Online 23.März 2006 Gespräch
Fernsehen:
Kulturreport (RBB) Sonntag, 26.03.2006 | 23:45 Uhr in der ARD: |
"...hier endet das glänzend recherchierte Buch Bettina Röhls, ein beeindruckender Familienroman, noch mehr aber eine große Erzählung über Doppelmoral und enttäuschte Hoffnungen. Es verzichtet auf den Mythos, vermeidet Dämonisierung und erzählt nüchtern über dieses zwiespältige Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte." |
Und noch mal Radio:
27.März 2006,Deutschlandfunk, Rezension und Interview, ab 19 Uhr:
"Bettina Röhl (...)ist ein eindrucksvolles Zeitporträt gelungen. Vernetzungen in der damaligen linken Szene, vor allem aber das Ausmaß und die Strategien der kommunistischen Infiltration in jenen Jahren, sind so eindringlich bislang noch nicht beschrieben worden."
28.März 2006,NDR Info, Rezension und Interview voraussichtlich um 7.55 und 9.55 Uhr
31.März 2006 Kulturzeit: Kommunismus-Spaß
Bettina Röhl schreibt über ihre Eltern Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl
31. März 2006 UZ ( Unsere Zeitung), DKP-Zeitung, Herbert Mies, früherer Chef der DKP zu Manfred Kapluck und dem Buch "So macht Kommunismus Spass!" Offenbar hatte Herbert Mies nur die Spiegelrezension zu meinem Buch gelesen und noch nicht das Buch selber und damit auch noch nicht die dort zitierte Ostberliner Akte Konkret, deren Inhalt bestätigt, was der von Mies persönlich angegriffene Manfred Kapluck mir über die Ostleitung der Zeitschrift Konkret gesagt hat. Ansonsten bestätigt Herbert Mies selber, was Manfred Kapluck und andere Zeitzeugen sagen.
1.April 2006 Die taz druckt heute das Vorwort, welches Peter Rühmkorf für mein Buch "So macht Kommunismus Spass" verfasste, in tazmag:
Die heilige Johanna und der Schuft
am 1.April auch Spiegel online im Perlentaucher
Lyngi ( Peter Rühmkorf) und ich bei der Vorbereitung des Rühmkorf-Prologs für mein Buch im Dezember 2005 3.April Deutschlandradio life-Interview mit Bettina Röhl um 9 Uhr
5.April 2006
Die Jungle World macht es sich nicht leicht mit Bettina Röhl. Wo ist es denn nur geblieben das "Konzept des Staatssozialismus sowjetischer Prägung", fragt Jungle World in seiner Rezension zu "So macht Kommunismus Spass"
Sandammeer, Österreich (KS; 04/2006)
Konkrete Nostalgie
Das Buch hält insgesamt eine erstaunlich sachliche Balance: Bettina Röhl verliert sich weder in Vorwürfen, noch versucht sie etwas zu rechtfertigen. Sie schildert zwar mit gewisser familiärer Nostalgie, aber doch basierend auf Dokumenten und mit der Nüchternheit einer Chronistin. Jedenfalls könnte dieses Buch mithelfen, die 60er Jahre noch einmal neu aufzuarbeiten und die Dialektik aus linken und konservativen Missverständnissen auszugleichen zu einer historischen Objektivität.
8. und 10.April Hier auf der Seite der Deutschen Welle finden Sie auch den Film von Kultur 21 über das Buch "So macht Kommunismus Spass" mit einem Interview mit Bettina Röhl im Internet
12. April 2006 Rezension in Die Zeit :
In dieser Rezension werden eine lange Reihe falscher Tatsachen und historischer Unrichtigkeiten behauptet, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Die inzwischen bereits von anderen Medien kopierte unzutreffende Kernaussage heißt: Das Buch "So macht Kommunismus Spass" brächte nichts Neues. Siehe Richtigstellung:
Wahrheitswidrige Behauptung in der ZEIT Am 12. April hat die ZEIT in einem Artikel über das Buch „So macht Kommunismus Spass“ in der Überschrift und an diversen Stellen die falsche Behauptung aufgestellt, daß in diesem Buch im Wesentlichen nichts Neues stünde und dass der Schreiber Rudolf Walther das Meiste schon kannte. Ich stelle fest, daß der Schreiber lügt. Er verfügte über die von ihm behaupteten Vorkenntnisse nicht, insbesondere ist seine Behauptung falsch, daß er den wesentlichen Inhalt des Buches aus früheren Veröffentlichungen kannte. Ich stelle fest, es gibt keine früheren Veröffentlichungen, in denen der wesentliche Inhalt von „So macht Kommunismus Spass“, die entsprechenden Akten, Fakten, Zeitzeugenaussagen, Briefe, Einordnungen, Beschreibungen und Erlebnisse je veröffentlicht wurden. Vor jeder Weiterverbreitung dieser lapidaren, aber erweislich unwahren Behauptung, bitte ich mich vorher unter bettinaroehl@online.de zu kontaktieren.
Heulboje
Ein gewisser R. Walther rackert sich in einem riesigen Lappen in der Zeit ab, um dem Buch "So macht Kommunismus Spass!" die Gefahr, die er von diesem Buch wittert, zu nehmen. Pathologisch wiederholt er den Jokersatz aller 68er: Nichts Neues. Er holt sogar Klaus Rainer Röhl und sein vor 32 Jahren geschriebenes Buch "Fünf Finger sind keine Faust" aus der Acht heraus, in das der bekennende Rechte Röhl 32 Jahre gestellt wurde. So kann sich der Schreiber nicht entscheiden, ob er die Autorin Bettina Röhl nun wegen deren Mutter Ulrike Meinhof oder wegen deren Vater Klaus Rainer Röhl angreifen will. Aber biologistisch möcht ers schon gern haben.
Eine bisher unbekannte Ostberliner Akte, bisher unbekannte Dokumente, unbekannte Briefe, neue Zeugenaussagen, bisher unbekannte Sachverhalte und in der Tat qualitativ neue Analysen, die das Buch bringt, ängstigen Herrn Walther, ergo behauptet er: alles neu, aber nichts Neues! Walther kopiert eine ganz alte Karikatur seiner selbst, nach dem ein klarer Blick auf die Zeit vor 68 nicht sein kann und nicht sein darf. Köstlich, wie diese 68er wie ein sich selbst anschaltendes Repetiergewehr auf alles ballern, von dem sie fürchten, dass es ihre Rentenansprüche gefährden könnte.
Meinen vollständigen veröffentlichten Kommentar lesen Sie hier auf den Seiten der ZEIT
13.April 2006 Deutschlandradio Deutschland Feuilleton Kritik
"Auf fast 700 Seiten unternimmt Bettina Röhl eine Reise in die 50er und 60er Jahre, taucht ein in die eigene Familiengeschichte, die so stark wie wenige andere mit den 68ern und dem Terror der RAF verwoben ist. Sie entwirft ein kritisches Gesellschaftsportrait jener Zeit, mit bisher unveröffentlichten Briefen und Dokumenten und gestützt auf zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen und Weggefährten. (...)
In "So macht Kommunismus Spaß" erzählt Bettina Röhl die Geschichte ihrer Eltern und des linken unkonventionellen Magazins, das eines der Leitmedien der 68er war. Auf rund 700 Seiten holt sie weit aus, geht tief zurück in die Familiengeschichte, zitiert DDR-Dokumente und unveröffentlichte Briefe, befragt in Interviews die ehemaligen Freunde und Weggefährten. So entsteht ein dichtes Bild einer Zeit, als alles möglich schien, bevor der Terror die linken Utopien diskreditierte."
Der Spiegel 16. April 2006 Leserbrief von Peter Rühmkorf
Peter Rühmkorf moniert in einem Leserbrief die Berichterstattung des Spiegel über mein Buch, in dem er gleichzeitig meinem Buch Erkenntnisgewinn attestiert. Er sei bei der Lektüre meines Buches "von einem Rücken auf den anderen gefallen"... ein wirkliches Lob aus dem Munde eines Zeitzeugen: So macht Kommunismus Spaß!
Krass spiegelverkehrter Sinn![]()
Nr. 11/2006, Zeitgeschichte: Wie die Links-Postille "Konkret" von Kommunisten aus Ost-Berlin gesteuert wurde
Leider lässt der Artikel "Rosen aus Ost-Berlin", der sich eingehend mit dem Buch "So macht Kommunismus Spaß!" von Bettina Röhl befasst, jenen Erkenntnisgewinn vermissen, den das Buch selbst seinen Lesern keineswegs vorenthält. Während sich dort die unterschiedlichsten Rosenkavaliere wegen ihrer Verdienste bei der Gründung der Zeitschrift "Studentenkurier" (später "Konkret") aus dem Fenster hängen (beispielsweise die KP-Funktionäre Klaus Hübotter und Manfred Kapluk), und die Person P. R. allenfalls als Zielobjekt figuriert, lesen sich die Vorgänge bei Ihnen in einem krass spiegelverkehrten Sinn. So heißt es bei Ihnen: "Bereits der von Röhl und seinem Intimus, dem Lyriker Peter Rühmkorf, 1955 gegründete ,Studentenkurier' schöpft aus trüben Quellen. ,R. und R.', wie sich die Freunde in der bewegten Hamburger Szene nennen, können das Blatt nur auf den Markt bringen, weil sich ihnen ein dritter Mann hinzugesellt. Der heute in Bremen lebende Bauunternehmer Klaus Hübotter - ehedem Mitglied der verbotenen Freien Deutschen Jugend - bietet sich ihnen als Geldbeschaffer an." Nun habe ich zwar nie zu den Gründervätern gehört und bin im Zusammenhang mit Klaus Röhl auch nie unter der Doppelchiffre "R. und R." intim gewesen, aber wo dem sogenannten investigativen Journalismus die Puste ausgeht, ist der altgermanische Stabreim natürlich ein treffliches Mittel, um Lesern eine glatte Unterstellung als vermeintliche Tatsache einzubleuen.
Es ist noch um einiges ärger. So findet sich im Tempelfries Ihres Phantasiegebäudes beispielsweise ein Doppelporträt von Röhl und mir aus dem Jahre 1969, das zwar die Jahreszahl nicht ausspart, nur dass die Bildunterschrift ",Konkret'-Gründer Rühmkorf, Röhl: Im Propaganda-Krieg des geteilten Landes der wichtigste Außenposten" zwei ungleich mit der Zeitschrift befasste Personen zu einem kooperierenden Agentenduo zusammenblendet. Während das Röhl-Buch von zahlreichen konspirativen Treffen etlicher Redaktionsmitglieder und KP-Instrukteure berichtet und mich an keiner Stelle als Teilnehmer aufführt, was Sie eigentlich hätte stutzig machen müssen, manipuliert Ihr Bericht mich unübersehbar in die Rolle eines heimlichen Strippenziehers oder "willigen Vollstreckers".
Dass ich selbst bei der Lektüre des Röhl-Buches von einem Rücken auf den anderen gefallen bin, will ich Ihnen nicht vorenthalten. Auch nicht, dass meine unhonorierte Mitarbeit unter sechs Pseudonymen der Zeitschrift gewaltig an intellektueller Reputation beigetragen hat - es erschiene mir scheinbescheiden, Leslie Meiers oder Johannes Pontares Beiträge schamvoll unter den Scheffel zu stellen. Abgesehen von den wirklichen literarischen Exzellenzen, die ich für das Blatt eingeworben und zur Mitarbeit ermuntert habe: Hans Henny Jahnn und Kurt Hiller, Alfred Döblin und Robert Neumann, Arno Schmidt oder Karlheinz Deschner oder Jürgen Manthey - alles nützliche Idioten selbstverständlich oder - wie Sie sie fatalerweise zu nennen belieben - "willige Vollstrecker", was Ihrem Artikel dann doch wohl einen recht speziellen Hautgout verleiht.
HAMBURG PETER RÜHMKORF
19.4.06 Heute erschien mein Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung: S. 35:
Süddeutsche Zeitung |
LESERBRIEFE |
Mittwoch, 19. April 2006 |
München Seite 35 · Bayern Seite 35 · Deutschland Seite 35 | ||
Eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte
Buchkritik: Die Rolle einer Familie in der Weltrevolution / SZ vom 10. April
Willi Winkler hat mein Buch „So macht Kommunismus Spaß! Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret“ rezensiert. Zum Hintergrund: Winkler ist seit vielen Jahren damit beschäftigt, sein eigenes Buch „Die Geschichte der RAF“ zu schreiben, das etliche Ereignisse behandelt, die auch in meinem Buch Thema sind. Dieses Buch Winklers war im Verlag Rowohlt, Berlin, angekündigt und ist bisher nicht erschienen. Tatsächlich scheint es so zu sein, als ob Winkler bei der Rezension zu „So macht Kommunismus Spaß!“ in einen Interessenkonflikt geraten wäre.
Ich stelle fest, dass seine Behauptung, in „So macht Kommunismus Spaß!“ gebe es irgendeinen „Unterwanderungsverdacht“, falsch ist. Es gibt auch keinen „FDP-Sprech“ (was immer das ist). Mein Buch ist mitnichten ein „Remake“, wie Winkler behauptet. Wenn er auf dem Standpunkt steht, zu historischen Ereignissen in der Geschichte dürfe es immer nur ein einziges Buch geben und neue Fakten, neue Akten, neue Zeitzeugen, eine neue Analyse und Sicht auf Ereignisse seien nicht opportun, dann stelle ich fest, dass er eine geschichtswissenschaftliche Außenseiterposition einnimmt und vor lauter Befangenheit seine ursprüngliche Rezensionsabsicht aus den Augen verloren hat.
Mein Buch enthält souverän genau das, was Winkler ihm auf einer ganzen Seite abzusprechen versucht: eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte vor dem Hintergrund des KPD-Verbotes von 1956, die Beschreibung der beiden Protagonisten Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl und der Zeitschrift Konkret. Ein heutiger Blick meiner Generation auf die politischen Ereignisse der fünfziger und sechziger Jahre und meine persönliche Sicht auf die Elterngeneration und auf die Zeit vor 68. Mein Buch bietet eine große Zahl bisher unveröffentlichter Briefe und Dokumente von Ulrike Meinhof aus ihrer Zeit als Schülerin, Studentin und junger Kommunistin und Journalistin; das macht sie zur meistzitierten Protagonistin des Buches. Ulrike Meinhof ist in den dreißig Jahren seit ihrem Tod noch nie so detailliert und so umfangreich selbst zu Wort gekommen. Interessanterweise stammen etliche persönliche Briefe Ulrike Meinhofs aus der von mir 1998 im Bundesarchiv Berlin gefundenen Ostberliner Akte.
Der Rezensent hätte sich mit dem Inhalt des Buches beschäftigen sollen, statt darauf seine eigenen, durch mein Buch ausgelösten Befindlichkeiten zu kaschieren.
Bettina Röhl, Hamburg
21.04.06
Freie Hand, eingespannt
Über »Konkret«, die Westlinke und Geldgeber aus der DDR
Das Neue Deutschland stellt ein paar interessante, richtige Fragen und wirft sozusagen einen Blick von der anderen Seite auf die Zusammenarbeit zwischen Ostberlin und Klaus Röhl, die per Saldo für die DDR nicht viel gebracht hätte:
"Und weil Hübotter bald darauf als illegales FDJ-Mitglied im Knast sitzt, freut sich der »eingespannte« Röhl über eine »fast vollständige Selbstständigkeit«. Und wenn man das eine oder andere Protokoll der auf Einfluss hoffenden Machthaber im Osten über die regelmäßigen Treffen mit Röhl liest, kann man schon den Eindruck gewinnen, hier habe letzterer die naiven Genossen eingespannt. Immerhin ging es um viel Geld, 40 000 D-Mark jeden Monat, ein Scheck ohne Verpflichtungen und ein »Räuber-und-Gendarm-Spiel« für den umtriebigen Klaus Röhl, der am Tag des Verbots demonstrativ der KPD beitrat. Aus Überzeugung?"
27.4.06 Jüdische Allgemeine Zeitung - Interview mit Bettina Röhl über ihr Buch "So macht Kommunismus Spass" und den Cicero-Artikel aus dem Februarheft 2006 über den Spielberg "München" und Ulrike Meinhof "Und Ulrike Meinhof jubelte..."![]()
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"Von der Verantwortung verabschiedet" Bettina Röhl über Ulrike Meinhof, die deutsche Linke und den Antisemitismus (Interview: Michael Wuliger) 
Verfasst am März 26, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack (1)
In dem Buch "Wege zur Bürgergesellschaft" Gewalt und Zivilisation in Deutschland Mitte des 20.Jahrhunderts, herausgegeben von Niels Beckenbach
habe ich in einem Interviewbeitrag im Gespräch mit Prof. Dr. Niels Beckenbach mit dem Titel "Es war eine mitreißend positive Zeit..." über meine (angeblich so belastete) Jugend, über die inzwischen abgewählte rot-grüne Regierung und die Auswirkungen der von mir 2001 initiierten Fischer-Gewaltaffäre geschrieben.
Das Buch, in dem das Thema Gewalt in Zeiten der Nazizeit, der DDR, der Bundesrepublik behandelt wird, unter anderem von Ralph Giordano, Dieter Ohlmeier, Hermann Kreutzer und vielen anderen, ist deshalb interessant, weil es in jedem Kapitel um eine andere Art von politischer, gesellschaftlicher oder staatlicher Gewalt geht. All dies ist veröffentlicht dank des Engagement von Prof. Dr. Beckenbach aus Kassel, der einige diese Themen auch in seinen Seminaren behandelt.
Verfasst am Februar 08, 2006 in Bücher | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Bettina Röhl in Cicero: In der heute erscheinenden Februarausgabe finden Sie eine Filmkritik über den Spielbergfilm "München", ( jetzt im Netz !) die deutschen Aspekte des Olympiaattentats 1972 auf die israelische Nationalmannschaft und eine faksimilierte Solidaritätserklärung Ulrike Meinhofs mit den Attentätern des Schwarzen September.
Der Film "München" von Steven Spielberg kommt am 26.Januar 2006 in die deutschen Kinos.
Spielberg hat mit seinem Oskarpreisgekrönten Film „Schindlers Liste“, mit dem er die Deutschen, die den Holocaust zu verantworten haben, durchaus schonte, bewiesen, daß er geschichtliche Zusammenhänge und historische Fakten hollywoodmäßig aufbereiten kann, und man sollte ihm jetzt nicht vorschnell die Ehre abschneiden. Spielberg scheint bewusst zu sein, daß er ein brisantes Thema, das historisch alles andere als abgeschlossen ist, überhaupt erst eröffnet hat...
Dass Sex und Crime sich verkauft, daß Terrorismus perverserweise eine wohlfeile Angelegenheit ist, die ihrer intellektuellen und moralischen Durchdringung noch harrt, ist regelmäßig die Crux eines Filmes über Terror. Terrorismus ist seinem Wesen nach eine die menschliche Ordnung zerstörende Kraft, die erkennbar die typisierten Tatbestände des Gesetzes und der Verfassung eines Rechtsstaates sowohl auf der Tatbestandsseite wie auch auf der Sanktionsseite sprengt und das wissen die Terroristen natürlich auch. Spielberg zeigt den Terrorismus ganz und gar bis ins Detail, er macht ihn fühlbar und dies, anders als eigentlich alle Filme über Terror und Gewalt, ohne Terrorismus zu verherrlichen und ohne dem kranken Faszinosum des Terrors auch nur im Mindesten zu erliegen. Am Ende des Films werden viele Menschen erfahren haben, was Terrorismus sein kann und das Kino trotzdem als „heile“ Menschen verlassen.
Anders als andere Filme, die nach herrschender Meinung ein Mahnmal gegen Gewalt seien, wie der geniale, aber bis weit über die Schmerzgrenze gehende Gewaltfilm A Clockwork Orange aus den siebziger Jahren oder auch Natural Born Killers aus den Neunzigern, in denen kriminelle Lustmörder dominieren und bei manch einem Zuschauer immerhin eine gefährliche Identifikation ausgelöst haben, weil das Moment der Gewaltfaszination eben gerade angeheizt wurde, ist Avner in „München“ eine Figur – und sei sie zur Gänze unhistorisch – die nicht mit „gutem“ Terrorismus „bösen“ Terrorismus bekämpft, sondern die handelt, ohne sich satt auf Rechtfertigungsgründen auszuruhen.
München“ ist der politischste Film, den Spielberg je gemacht hat und er bringt nach viel Seichtem der letzten Jahre, in denen Harry Potter-Filme, Herr der Ringe, ein Chikagomusical- und zuletzt ein eindrücklicher Boxfilm einen Oskar gewannen, politischen und moralischen Anspruch nach Hollywood zurück.
Verfasst am Januar 26, 2006 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Lesen Sie mein Interview mit Bahman Nirumand über den Iran im aktuellen Cicero Januarheft 2006
Bahman Nirumand war als Autor des Bestsellers „Persien, Modell eines Entwicklungslandes“ ein Vorreiter der APO. Das ist über 30 Jahre her. Ein Interview über den Schah von Persien, Khomeini und Ahmadinedschad.
Einen Ausschnitt dieses Interviews über den aktuellen Staatschef im Iran finden Sie auf Der Mainstream
Verfasst am Dezember 23, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Lesen Sie jetzt den vollständigen Text über die Grünen "Das Elexier der Avantgarde verloren" auf Der Mainstream
weitere Zeichnungen von Wolfgang Horsch und anderen bei Cicero
Verfasst am Dezember 13, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
31.10.05 Kurfürstlicher Putsch in der SPD-Führung: Parteivorstand fällt Müntefering in den Rücken: Nahles Generalsekretärkandidatin, Wasserhövel abgeschlagen.
Cicero online exklusiv
War Andrea Nahles es wert, jetzt eine Schlüsselrolle in dem auf Prozesstemperatur gebrachten Gärungsprozess innerhalb der SPD zu spielen? Die Frage muss bislang mit einem klaren Nein beantwortet werden. Auch die Frage, ob sie es wert war, dass Franz Müntefering in diesem Moment von der Brücke gehen muss, ist mit einem klaren Nein zu beantworten.
Lesen Sie den ganzen Artikel auf Der Mainstream
Verfasst am November 05, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Grün war die Hoffnung
von Bettina Röhl
25 Jahre lang waren die Grünen „Avantgarde“. Jetzt wirken sie hohl und weichgespült. Auf ihrem ersten Parteitag nach der verlorenen Bundestagswahl leisteten sie ihren politischen Offenbarungseid. Panisch promoten sie: Lets go schwarz. Mit dem Verlust der Avantgarde-Qualität sind sie im Begriff die Bindungswirkung an ihre spezielle Klientel zu verlieren
Lesen Sie im jetzt erschienenen Cicero Novemberheft 2005 meinen Beitrag über die Grünen und das Elexier der Avantgarde.
Verfasst am Oktober 26, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Lesen Sie meine drei Beiträge dazu die im November 2004 in Cicero erschienen:
1. meine kleine vollständig bebilderte Stadtbeschreibung von Danzig auf Der Mainstream
2. Mein Interview mit dem Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz zum deutsch-polnischen Verhältnis und auch zu einem europäischen Vertriebenen-Mahnmal
3. Mein Interview mit dem Bürgermeister von Bremen, der deutschen Partnerstadt von Danzig, Henning Scherf, der sich ebenfalls zu einem europäischen Vertriebenenmahnmal äußert
Verfasst am Oktober 24, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Der Literaturkritiker Fritz J. Raddatz äußerte sich im Inteview mit Bettina Röhl für die Netzeitung im Januar 2005 zu Elfriede Jelinek:
Das Chaos im Kopf von Rudi Dutschke
28. Jan 2005 07:13
Fritz J. Raddatz war der Verleger der 68er. Bettina Röhl sprach mit ihm über Kunst, Macht und das geistige Klima, aus dem einst die RAF entstand.
Netzeitung: Sie haben Elfriede Jelinek in den sechziger Jahren als damaliger Programmleiter und Cheflektor von Rowohlt entdeckt. Hätten Sie Frau Jelinek den Literaturnobelpreis verliehen?
Raddatz: Da bin ich unsicher. Ich fand die frühen Arbeiten von ihr interessanter als die späteren, was das Literarische betrifft. Ich finde ihre Zerhackmethode der Sprache inzwischen eher fragwürdig. Ihre politischen Aktivitäten und politischen Interventionen finde ich völlig in Ordnung, die würde ich alle mit unterschreiben, mittragen, mit verlegen, was Sie wollen. Aber die literarische Methode scheint sich sehr verselbständigt zu haben, so dass ich damit inzwischen – obwohl Mitentdecker der Dame – größere Schwierigkeiten habe.
Sie sagt ja selber von sich: Ja, ich mache Sprache kaputt, ich schreibe eigentlich gar nicht, ich zitiere nur und zerstöre Sprachgebäude. Das stört mich enorm, und ich war bei manchen Theaterabenden sehr unglücklich darüber, weil ich dachte, also nur zitieren und schreiben, was in der Kronenzeitung stand oder was ein Polizist gesagt hat usw. – das ist alleine noch kein Corpus eines Kunstwerkes.
Verfasst am Oktober 12, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
So wie es aussieht wird Angela Merkel die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Kaum hat sie ihre „Koalition der neuen Möglichkeiten“ vorgestellt, wird ihr von SPD und CSU die Richtlinienkompetenz einer Bundeskanzlerin wieder
abgesprochen. Schröder verdient Respekt für die Art und Weise seines schrittweisen Rückzugs aus der Politik.
Lesen Sie meinen Beitrag auf Der Mainstream
weitere Zeichnungen von Wolfgang Horsch finden Sie bei Cicero
Verfasst am Oktober 12, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
Lesen Sie meinen Beitrag über ökonomisch-fiskalisch motivierte Streichung des Blindengelds in Niedersachsen und nun auch in Thüringen geplant auf Der Mainstream 
Verfasst am Oktober 10, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Friedrich Merz empfiehlt sich mit einer außergewöhnlich guten Bestandsaufnahme in der heute erschienenen Wirtschaftswoche , kurz und prägnant, als einer der möglichen Kanzlerkandidaten der Union.

Lesen Sie meinen aktuellen Kommentar auf Der Mainstream
Verfasst am Oktober 05, 2005 in Aktuelles | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)