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April 26, 2005

Alice Schwarzer und das "Naturereignis Sex"

In der neuen Emma fragt man dort in einem Beitrag "Die lieben KollegInnen" unter anderem:
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"Und ist Alice Schwarzer das Naturereignis Sex unbekannt ?"

Emma bezieht sich auf folgendes Zitat:
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"Schwarzer, die in ihren Büchern letztlich offen legt, dass ihr das Naturereignis Sex, das man nicht wirklich an- und abschalten kann, das einen mit Macht überkommt und eine Kraft ungeheurer Anziehung zwischen Mann und Frau (und bei Homosexuellen zwischen Mann und Mann und Frau und Frau) bedeutet, persönlich offenbar nicht bekannt ist, hat ihren Verdienst jedoch dort, wo sie als Tabubrecherin die Erkenntnisse der Womans Lib-Bewegung aus den USA in Deutschland offen auf die Tische der Talkshows legte und sie in den Massenmedien diskutierte."

aus dem Artikel "Die Sexmythen des Feminismus" in der Aprilausgabe von Cicero, ( und in der vollständigen Fassung auf Der Mainstream).

Emma zitiert einen Ausschnitt aus dem Artikel und schreibt darunter:

Anm.d.Red.: ‚Der kleine Unterschied‘ erschien 1975, also vor Hite – und es ist darin mit keinem Wort von neuen sexuellen Normen die Rede.

Meine Antwort: Bei Cicero heißt es an einer Stelle fälschlich 1977 statt 1975, dies ist ein Zahlenlapsus der als Solcher aus dem Kontext erkennbar ist, er soll hier gern korrigiert werden. Alice Schwarzer wird erkennbar historisch und auch mit der Jahreszahl 1975 vor Shire Hite als Autorin genannt. Zu der Behauptung von Emma, dass im kleinen Unterschied sexuelle Normen nicht zur Sprache kommen, muss man sagen, dass dies objektiv nicht ganz richtig ist. Der Inhalt des Kapitels "Vaginaler Orgasmus und Sexmonopol", aber auch das, was in den beiden Kapiteln "Was Frauen frigide macht" und "Was an der Zwangsheterosexualität so politisch ist", steht, ist fürwahr eine einzige Aneinanderreihung von Dogmen und Diskussionen über Normen und Vorstellungen von Dogmen und Normen, sogar das Wort von den "sexuellen Normen" findet dort Verwendung.

Also gibt es im "kleinen Unterschied" viele sexuelle Normen, die dort zum Teil sehr drastisch und zum Teil sehr apodiktisch präsentiert werden.

Diskussion über Sex ist wahrscheinlich immer zu einem wesentlichen Teil Diskussion über sexuelle Normen. Viel wichtiger, als die formale Frage scheint mir die Substanzielle. Nicht wichtig ist:gibt es sexuelle Normen zu Recht oder zu Unrecht, sondern von Bedeutung kann nur sein: Welchen Inhalts sind die Normen, die Dogmen, die Postulate im Einzelnen ganz konkret. Insofern kann ich nur sagen, dass im "kleinen Unterschied" sexuelle Normen am angegebenen Orte eine erhebliche Rolle spielen und zwar aus Lesersicht auch eine zentrale Rolle der Lektüre des ganzen Buches spielen, braucht nach meinem Dafürhalten jetzt in Emma nicht negiert zu werden. Spannend wirds natürlich, wenn es zur Sache geht, wenn es um die Inhalte der aufgestellten Regeln geht.

Da fürchte ich, dass die vielen Normen, die mit dem "kleine Unterschied" in Deutschland gesetzt wurden, nicht in jedem Falle einer Inhaltskontrolle, wie die Juristen die Bewertung von Normen so schön nennen, Stand halten werden.

April 24, 2005

Fischer-TV: Welt am Sonntag

Fischer wird noch gebraucht
Leitartikel
von Alan Posener

Der Artikel von Bettina Röhl über die Visa-Affäre, auf den sich Alan Posener bezieht, erschien zuerst in der Magdeburger Volksstimme. Sie finden ihn auf Der Mainstream

Lesen Sie auch meinen ersten Artikel zu Fischers Visa-Affäre: "Ist die Zukunft grün?" ebenfalls auf Der Mainstream

April 07, 2005

David Reimer Film bei BBC aktuell bei Vox

Heute abend läuft der Film über David Reimer bei Vox, den ich in Cicero aktuell beschrieben habe.
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David Reimer

23.15. bei Vox BBC David Reimer mußte als Junge geboren und mußte als Mädchen aufwachsen...Donnerstag, 07.04.2005
BBC Exklusiv: David Reimer - Der Mädchenjunge

Dieser Beitrag lässt Alice Schwarzers Irrtum und auch den Irrtum des Hamburger Sexologen Gunter Schmidt unkommentiert. Dass auch deutsche Feministinnen und Sexologen in den siebziger Jahren wie Schwarzer diesen Fall als Beweis bejubelten, dass eine Geschlechtsneuzuweisung möglich sei, war bis jetzt nicht bekannt. Bis heute hat sich Alice Schwarzer nicht zu diesem Fall geäußert.

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(Zeitungsausschnitt aus dem Spiegel aus dem Jahr 2000)

Die New York Times berichtete am 12.5.2004


Ein sehr interessanter Bericht stammt aus der SZ vom 24.5.2004
Der Junge, der ein Mädchen sein mußte aus der SZ

Weitere Links und interessante Details finden sich auf dieser Seite:

Death by Theory?
Wednesday, May 26, 2004
By Wendy McElroy

Ein Auszug:

"Of his childhood, David later stated: "It was like brainwashing … I’d give just about anything to go to a hypnotist to black out my whole past. Because it’s torture. What they did to you in the body is sometimes not near as bad as what they did to you in the mind with the psychological warfare in your head."

For years, David remained silent while Money’s version of the research was applauded by feminists and continued to influence public policy on gender. Then, in 1997, biologist Milton Diamond and psychiatrist Keith Sigmundson published a report in the Archives of Pediatric & Adolescent Medicine, which exposed the John/Joan case as a failure and fraud. To the extent that the case proved anything, it proved the opposite of what Money claimed. John/Joan suggested that maleness developed in the womb; gender could not be reassigned through medical and social conditioning.

Money’s response? The report was "part of the anti-feminist movement."

So wurde über die Zwillinge bei CBS am 10. Mai 2004 berichtet:


INDEPTH: DAVID REIMER
David Reimer
The boy who lived as a girl
CBC News Online | May 10, 2004
Reimerbabies

2315 - 0015 Uhr
VOX


Dokumentation, GB 2004. Er wurde als Junge geboren und musste als Mädchen aufwachsen. David Reimer war acht Monate alt, als sein Penis bei einer Beschneidung verstümmelt wurde. Auf Anraten eines renommierten Sexualwissenschaftlers sollte er die folgenden 14 Jahre zur Frau erzogen werden. Der Fall wurde in Fachkreisen schnell als Erfolg gefeiert, doch die Behandlung endete in einer Katastrophe. Das Experiment war zum Martyrium im Dienste der Wissenschaft geworden. BBC Exklusiv dokumentiert in der deutschen Erstausstrahlung von 'David Reimer - Der Mädchenjunge' mit Hilfe der Original-Tonbandaufnahmen und den letzten Interviews mit dem erwachsenen David Reimer vor seinem Selbstmord, die tragische Geschichte eines Jungen, der dem Ehrgeiz der Wissenschaft zum Opfer fiel.

David und Brian Reimer kamen 1965 als Wunschkinder zur Welt. Nach der folgenschweren Verstümmelung von Davids Penis wussten die Eltern nicht, was sie tun sollten. Die plastische Chirurgie war weit entfernt von ihren heutigen Möglichkeiten. Eines Abends sahen sie in einem Fernseh-Interview ihren vermeintlichen Heilsbringer: Dr. John Money, ein brillanter Wissenschaftler, der eine begeistert aufgenommene Theorie formuliert hatte, nach der Babys in den ersten Lebensmonaten noch keine geschlechtliche Identität ausbilden würden. Jeder Säugling könne unabhängig von den Chromosomen als Frau oder Mann erzogen werden.

Die Reimers nahmen Kontakt auf. Und aus David wurde Brenda. Die Hoden des Kindes wurden operativ entfernt und die Reste des Penis' zu einer kosmetischen Vagina geformt. Brenda entwickelte sich offensichtlich wie ein normales Mädchen. Sie spielte mit Puppen und liebte ihre Kleider. Anfang der 70er Jahre veröffentlichte Money den Fall als Beweis seiner Theorie.

Doch die Erziehung hatte nur scheinbar über die Natur gesiegt. Das laut Money perfekte kleine Mädchen fühlte sich von Jahr zu Jahr unglücklicher in seiner Haut. Brenda rebellierte gegen die verordnete Geschlechtsrolle. Von den Jungen ignoriert und den Mädchen verspottet, wurde der Teenager vollends zum Außenseiter. Protokolle der Therapiestunden von Money und den Reimer-Zwillingen spiegeln schon früh Brendas tiefe Verstörung wieder und lassen im Nachhinein Zweifel an den Methoden des Psychologen aufkommen.

Als die seelische Not zu groß wurde, eröffnete Brendas Vater ihr schließlich die Wahrheit. Brenda fühlte sich zunächst befreit und entschloss sich fortan unter dem Namen David als Mann zu leben. Hormonkuren und neue Operationen folgten, doch das erhoffte Glück sollte sich nicht einstellen. David Reimer sagte einmal in einem Interview: 'Ich würde fast alles dafür geben, wenn ich meine ganze Vergangenheit auslöschen könnte.' Nach Jahren der Orientierungslosigkeit, einer gescheiterten Ehe und dem Selbstmord seines Bruders nahm sich David Reimer mit 38 Jahren das Leben.
Original:
Dr Money And The Boy With No Penis


April 05, 2005

Gender Mainstreaming: ein paar Zahlen und Links

Die "Implementierung des Gender-Mainstreaming in den Strukturfonds-Programmplanungsdokumenten 2000-2006" lassen sich die EU-Staaten unterschiedlich viel kosten:
Ausgaben insgesamt in Euro:

Österreich 76 782 000 VK 355 121 072
Frankreich 257 352 700 Schweden 8 102 800
Italien 837 469 241 Griechenland 193 761 925
Belgien 38 252 364 Finnland 6 723 000
Dänemark 10 498 333 Spanien 521 899 539
Luxemburg 3 380 600 Portugal 17 240 700
Niederlande 43 139 000 Irland 46 631 000


Und Deutschland?

1 099 335 311 € (in Worten: etwa 1,1 Milliarden Euro!)

Quelle "Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen" (dort insb. ab Seite 17, "Ressourcenallokation für spezifische Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung")

Gender-Mainstreaming ersetzt lt. Bundesfrauenministerium die herkömmlichen Frauenfördermaßnahmen nicht, sondern erweitert sie 'nur'!

Und auch das parallele ADG - Antidiskriminierungsgesetz ´wird nicht durch GM ersetzt -
siehe meinen Artikel aus der taz vom 21.3.05 auf Der Mainstream

( Weitere interessante Details finden Sie bei vafk-schwaben - dort findet sich auch der interessante Essay von Prof. Dr. Dr. Michael Bock :
Gender-Mainstreaming als totalitäre Steigerung von Frauenpolitik

siehe auch den Artikel "Ich Frau, Du Mann" im stern aus 12/ 2005

März 30, 2005

Cicero - Sex-Mythen des Feminismus

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Heute erscheint in Cicero mein Artikel "Sex-Mythen des Feminismus" über
Sexexperten, Orgasmusneid und Geschlechterkampf

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März 25, 2005

taz-Leserbriefe zum Beitrag "Diskriminierung -nein Danke"

In der taz von gestern wurden einige Leserbriefe zu dem Artikel "Diskriminierung-nein danke" abgedruckt. Tazlo1_3


Gudrun Eussner schrieb :

Wunderbar! Die Grünen sind bekloppt! Der Rest, der für ein ADG ist, ebenfalls. Es gibt nur eine Chance für alle diejenigen, die unter Kuratell gestellt werden sollen: Kreuzchen bei der nächsten Wahl woanders machen und laut protestieren.

Perpignan/Frankreich

weitere Leserbriefe lesen Sie hier:
Der Mainstream. .

März 21, 2005

taz: Diskriminierung- Nein Danke !

Rot -Grün hat das ADG in 40 Punkten leicht nachgebessert. Die Frage bleibt: Ist das Antidiskriminierungsgesetz verfassungskonform ?
Tazlo1

Die rot-grüne Regierung will Diskriminierung per Gesetz verbieten. In Wirklichkeit fördert sie damit nur Mobbing und Intriganz - und stellt vor allem Männer schlechter
VON BETTINA RÖHL

Es stimmt immer wieder heiter: „Trau keinem über dreißig“ das war der Spruch mit dem sich die heutigen Macher des ADG einst die Macht im Staate nahmen. Damit schockten sie ihre Eltern und Großeltern bis ins Mark. Heute so lange sie noch gehen und reden können, wollen sie sich rechtszeitig ein Gesetz genehmigen, dass die Kinder und Enkelkinder daran hindert, sie irgendwann vom Acker zu jagen. Das wäre ja Altersdiskriminierung. Also Vorsicht: Trau keinem über dreißig, vierzig, fünfzig, sechzig- wäre laut ADG verbotene Diskriminierung. Der Slogan der Altvorderen heute heißt: Trau keinem unter fünfzig…“

Sie finden den Text auch hier: Der Mainstream

0102027387800_heute_in_den_feuilletons

Perlentaucher "Heute in den Feuilletons"
Spiegel online:

März 14, 2005

Sinkt Fischers Stern ?

Heute gefunden:

Joschka Fischers Stern sinkt

Kölner Stadtanzeiger vom 25.2.05

Die Medien damals so, heute so- woran liegts ?

März 10, 2005

konkret März 2005

Konkret_titel
"Zufällig erinnere ich noch selber, wie Baader und Ensslin bei uns zu Hause in Berlin saßen und wie die Stimmung war. Grauenhaft. Es wurde wahnsinnig viel geraucht."

Bettina Röhl, Zeitzeugin

Dieses Zitat aus einem Interview, das ich der taz gegeben habe, findet sich bei konkret online. Es tut mir für die konkret-Redaktion aufrichtig leid, dass Andreas Baader und co. nicht mehr zu bieten hatten, als inhaltsschwangeren Zigarettenrauch.

Hätte ich konkret mehr verraten sollen ?


40 Jahre DDR-Geschichte im Maxim Gorki Theater, Berlin

Die taz berichtet über ein Theaterstück "Die Sorgen und die Macht" im Berliner Maxim Gorki Theater von Lukas Langhoff und bezieht sich dabei auf mein im Programmheft abgedrucktes Interview mit Fritz J. Raddatz in der Netzeitung über seine Erinnerung an Brecht, Eisler, Seghers und andere Künstler aus der frühen DDR. Prof_raddatz_von_bettina_rhl_kleiner